Tag Archives: Kunst
©NYXVisual
Louis de Castro vom Label NYX Visual hat mich schon einige Male auf neue Arbeiten aufmerksam gemacht. Und jedes Mal bin ich hoch erfreut. Das Label NYX Visual bleibt eine Gruppe hochkretativer und sehr ästhetisch arbeitender und denkender Gestalter. Die Musik ist immer ein besonders Hören wert. Die Bilder an der Fassade des Manjey, ein Gebäude aus dem 19 Jahrhundert ebenso. Sie schreiben selbst es handele sich um ein „very nice“ mapping Projekt. Und da Projektionsmapping nicht mehr die Sensation wie vor noch 5 Jahren ist, stimmt die Selbsteinschätzung.
©NYXVisual
Das Mapping befindet sich auf dem Weg zu stark dem Kommerz verschrieben zu werden, weg von den anfänglichen Kunstansätzen. Aber die Gestaltung und Visuellen Kräfte bleiben trotzdem. Jedes Gebäude bringt neue Herausforderungen, jede Umgebung ebenso. Es ist ein Werk in 3 Tile geteilt und in diesem Fall liessen sich die Künstler Benjamin Chassagne, Thomas Charier und Louis de Castro von russischer Architektur und Minimalismus inspirieren.
©NYXVisual
Louis de Castro
www.nyxvisual.com <http://www.nyxvisual.com/>
BALLERINA
——————
Circle of Light Festival 2013 (Moscow)
CREDITS
————–
Client : ART VISION
Diffusion : ETC RUSSIA
Concept : NYX VISUAL
Motion Design : NYX VISUAL (Benjamin Chassagne, Thomas Charrier, Louis de Castro)
Sound Design : Nicolas ZUBER (Featuring Babylone – Ballerina)
Beitrag von Ursula Drees
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
Zhang Xiaotao stellt zwei Videos im Chinesischen Pavillion vor. Der Bessere ist The Adventure of Liang Liang. Ein Kurzfilm, Schwarz – Weiss, eine 3 D Animation. Die Ästhetik ist an sich ein visuell durchgearbeitetes Erlebnis.
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
2 Dimensionale Charaktere, Hintergründe und Szenerien werden in Ebenen und perspektivischer Verzerrung angeordnet. Es ist ein scheinbar gezeichnetes Werk, die Handschrift des Künstlers kann nicht übersehen werden. Es sieht einfach aus, leicht und unproblematisch. Nichts hindert den Blick, die Geschichte stellt sich sofort in den Vordergrund. Und deshalb habe ich auch an einem langen heissen Tag auf der Biennale kurz vor Schluss die Zeit gefunden den ganzen Video anzuschauen. Das kommt nicht oft vor, in vielen Fällen riecht ein Auszug. Aber hier wird eine poetische Geschichte aufgerollt.
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
Es handelt von der Geschichte eines jungen Mannes der vor seinem furchterregendem Klassenlehrer flüchtet. er rennt durch eine fantastische Welt und sucht seine Ruhe. Sollte ich den Bilderklärungen glauben, dann ist die Kunst von Zhang Xiaotao die Ausschöpfung der Vorteile und Möglichkeiten virtueller Kunst. Und de Künstler selber demonstriert die praktischen Möglichkeiten der Chinesischen Kunst und Künstler. Und tatsächlich lese ich dass Chinesische Künstler die Bereiche der neuen Medien mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten und Potenzialen ausschöpfen.
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
©ursula drees_zhang yiaotao_the adventure of Liang Liang_CA_Biennale Venedig 2013, China
Die Biennale in Venedig ist natürlich eine alteingesessene Kunstschau. Da kann es dann schon mal passieren, dass die Neuen Medien und ihrer Formate neuer und moderner erscheinen als sie sind. Dennoch ist diese Informationstafel ein wenig lächerlich.
Beitrag von Ursula Drees
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
no images were found
Der Künstler José Antonio Suárez Londono handelt diszipliniert. Sein Tagesablauf unterliegt einer strengen Routine. Diese Bilder entstanden weil ein Kolumbianischer Künstler Londono gefragt hat, ob er bereit wäre für ein Experiment. Nämlich jeden Tag ein Bild zu malen, zu zeichnen. Am Ende eines Monats würde dann das entstandene Werk angeschaut und ein Text entworfen. Anfangs fing Londono mit Brian Eno’s Tagebüchern an. Er malte jeden Tag ein Bild.
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
Aber dann wechseltete er zu den Tagebüchern von Paul Klee, Franz Kafka und Eugene Delacroix. Später dann auch Patti Smith, Arthour Rimbaud und Blaise Cendrars. Die Poesie der Tagebücher werden in Bilder verbannt. Jeden Tag Eins. Und diese Bilder dokumentieren die innere Auseinandersetzung mit einem Maler und dem Text eines anderen Künstlers. Es ist eine Unterhaltung. Und man kann sie in den Bildern hören.
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
©ursula drees_José Antonio Suárez Londono_ biennale 2013
Beitrag von ursula Drees
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
Der chilenische Pavillon auf der Biennale in Venedig 2013 wurde von Alfredo Jaar gestaltet. Man kommt in einen grossen, hohen, dunklen Raum. Mitten drin ist ein gigantisches Bassin, gefüllt mit einer grünlich brauen Wassersauce. Anfangs habe ich nicht genau verstanden was das alles soll. So stand ich, wie viele andere um dieses Bassin herum, starrte auf das Wasser: „Ob wohl was passiert? Irgendwas interaktives vielleicht? Trauen sie die Besucher nicht, die Oberfläche zu berühren und deshalb ist nichts los?“
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
Ich habe meine Hand ins Wasser gehalten, ein bisschen verzagt gequirrlt, die Frau neben mir bedachte mich sofort mit einem Blick, den ich nicht zu deuten wage. Der Raum heiss und stickig, gross und dunkel.
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
Dann sprang ein Motor an, surren, irgendwas kam in die Gänge. Und Blubberblasen auf der Wasseroberfläche. Langsam kam das Model des Ausstellungsgeländes der Biennale, der Guardinis an die Oberfläche. Alle Pavillons waren zu sehen, die braune Suppe floss ab. Das Model stand einige Sekunden und tauchte wieder unter. Langsam versank alles im Wasser. Zum Schluss wieder vereinzelte Blubberblasen.
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
Gleich fünf Mal habe ich das Auf- und Untertauchen beobachtet. Wie schnell fliesst das Wasser ab? Fliesst es ganz ab, stehen Teile noch unter Wasser? Wie schnell taucht das Model auf, wie schnell geht es mit dem Untergehen?
In meinen Augen wurde das drohende Verschwinden dieser Stadt gezeigt. Aber damit lag ich nicht ganz richtig. Die Antwort ist unweit vielschichtiger. Denn die Architektur der Pavillons ist in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg entstanden. Das lässt sich auch mühelos nachvollziehen. Der Deutsche Pavillon ist ganz archaisch, so etwas würden Deutsche heute nicht mehr bauen, denn die Assoziationen zum 3. Reich sind deutlich. Frankreich ist kein Stück besser, wenn auch ein bisschen weniger klotzig. Russland bekleckert sich auch nicht gerade mit Ruhm, die anderen sind auch eher protzig.
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
©ursula drees_alfredo jaar_ biennale 2013_chile
Es geht bei Alfredo Jaar um die Kritik an der „internationalen Ausstellung“ in den Guardinis, dessen Architektur die politischen und ökonomischen Verhältnisse zur Entstehung deutlich wieder spiegelt. Ganz so international war es dann doch nicht. Was kann ein nationaler Pavillon in der heutigen Zeit sein? Muss dafür das alte erst untergehen?
von ursula drees

©dezeen.com, dalson-house_leonardo-erlich
Das Dalson Haus in London von Leonardo Erlich. Menschen wandern auf der FAssade schwerelos herum. Sie sitzen, stehen auf dem Kopf, halten sich in den Armen, berühren sich an den Fingerfkuppen, rückwärts, vorwärts geradeaus. Wie machen das nur diese Leute. Keine braucht ein Sicherungsseil, alle sind vollständig unangestrengt, Spiderman is alive.
©dezeen.com, dalson-house_leonardo-erlich
Ein riesiger Spiegel reflektiert im Winkel von 45 Grad die auf dem Boden liegende Hausfassade, bzw. die Attrappe. Das Haus liegt in Hackney, ein klassisches Brickhouse in London. Wer jetzt über die liegende Fassade wandert ist schwerelos in der Reflektion. Ein spektakulärer Effekt. Natürlich geht das Spiel sofort los. Man kann so tun als würde man ganz besonders komplexe und schwierige Übungen an der Hausfassade vollbringen. Wer wollte nicht schon immer an einem Finger am Fenster hängen und dem Tod ausgeliefert sein?
©dezeen.com, dalson-house_leonardo-erlich
Die Fassade mit Fenstern und allem was dazu gehört sind wie ein klassischen Haus der Viktorianischen Zeit Ende des 19. Jahrhunderts in London gestaltet. Viele Häuser sehen so aus vor allem aber auch direkt in der Gegend um die Ashwin Street. Die Installation wurde von der Barbican Galerie in Auftrag gegeben und wurde am 25. Juni 2013 als Teil des London Festival of Architecture 2013 eröffnet. Es wird bis zum 4. August noch zu sehen bleiben.
©dezeen.com, dalson-house_leonardo-erlich
Der Künstler Leonardo Erlich arbeitet mit visuellen Täuschungen und Illusionen. Die Arbeiten sehen so einfach aus. Die Ideen sind leicht verständlich und deshalb noch besser. Kein Kopfzerbrechen, einfach erfreuen und geniessen. Die Einfachheit wird gerne unterschätzt. Erst mal muss die Fassade nachgebaut werden, sie muss ordentlich was aushalten, gross und schön sein, feuerfest sowieso, gegen alles gewappnet, der Spiegel muss her. Allein die Grösse ist nicht unkompliziert, der Transport, die Installation im richtigen Winkel und das ganze auch noch Unwetterfest, resistent gegen alles anzubringen ist kein Kinderspiel. Leonardo Erlich hat schon andere Werke mit ähnlich spannenden Illusionen geschaffen. Ein schwebendes Haus, ein im Schwimmbad schwimmendes Haus, ein toller, ziemlich unerwarteter Ausblick aus dem Flugzeugfenster und mehr.
©dezeen.com, dalson-house_leonardo-erlich

