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Über Ursula Drees

Nach meiner Berufung als Professorin für die Hochschule der Medien 2008 in Stuttgart verlagerten sich meine Interessen und Arbeit auf die Hochschule und in diesem Zusammenhang wurde aus meiner ehemaligen Firma mit dem Namen „plusinsight“ dieser blog.

In meiner künstlerischen Arbeit habe ich eher eine Verschmelzung des Absurden mit der Wirklichkeit gewünscht. Das zumindest zeigt sich in meinen Installationen. Das ist natürlich als obergeordnetes Ziel ganz und Gar nichts Neues. Das machen doch hoffentlich alle Künstler*innen. Die Realität, das Dort Draussen erscheint in vielen Gewändern, gerade in der Werbung wird das überspitzt zelebriert. Zumindest in den Jahren vor Social Media. Die Werbung hat sich heute radikal in eine Art Klamauk und Selbstporno entwickelt. Das hat mit der Werbung davor nicht viel zu tun. Es war ein ernsthaftes Buisiness. Die Wahrnehmung wurde mit Medien auf den Prüfstein gelegt. Es war eine Form von Cognitive Science. Ich habe diese Formate für meine künstlerischen Aussagen verwendet. 

Ausserdem kann ich gut Zeichnen und Malen. Das ist ein Handwerk, sowie jedes andere auch. Ich habe es immer gerne getan, geprüft, ob und wie genau ich schauen und bemerken kann, wie genau ich etwas übertrage. Als original. Nicht durch KI oder digital Drawing, wo mit ein paar Tastenkombinationen alles Falsche entfernt wird. Ich will unbedingt direkt Zeichnen und Malen. Wenn möglich mit nur einer rudimentären Kompositionsskizze, wenn überhaupt. Es geht um Fähigkeit. Das fordert mich und damit macht es Spass. Natürlich ist es lobenswert, wenn das Handwerk sitzt. Aber die Aussage hebt das Handwerk von der Kunst ab. Deshalb arbeite ich an Serien zur Gesellschaft.

Die Kunst der Installation ist mittlerweile so umfassend geworden, dass ich mich als einzele person davon verabschiedet habe. Aber ich darf erwähnen, dass ich in der Hochschule der Medien mit den Studierenden jedes Semester eine immersive, interaktive Installation auf gut 100qm, of mehr realisiert habe. Ich habe viel gelernt über Interaktion und Einbindung, über Technologie und die Begeisterung dafür, über die Verschiebung des Fokus der Betrachter*innen weg von der Aussage hin zur aktiven Teilhabe. Diese Installation sind komplex und umfassen alle jeweils aktuellen Ausformungen der digitalen Medien. Es wird nicht nur dargestellt und abgebildet, vertont und komponiert, es werden Schnittstellen entwickelt, programmiert, Netzwerktechnologien rauf und runter dekliniert und Mediensteuerungen auf hohem Niveau abgeliefert.

Dieses Kapitel darf ich aber jetzt abschliessen. Ich wende mich der Kunst zu. Meinem Handwerk. Malen und Zeichnen. Ab jetzt. Ich freue mich darüber. Die Stille und die Konzentration beim Arbeiten, die Auseinandersetzung mit dem Material, sei es das Papier, der Stift, die Grösse und die Farbe oder die Leinwand, der Pinsel, der Auftrag und die Perfektion in der Komposition. 

Stationen und Informationen in tabellarischer Form zu meiner Person.