Das Stadtbad Lichtenberg – Zwischen Hygiene, Architektur und Kulturwandel

Das Stadtbad Lichtenberg in Berlin erzählt ein Stück Stadt- und Sozialgeschichte. Eröffnet wurde das Bad 1928, in einer Zeit, als öffentliche Hygiene und Körperkultur zentrale Themen des modernen Städtebaus waren. Entworfen vom Architekten Erich Wiesner, verkörpert das Gebäude den typischen Neuen Sachlichkeitsstil der Weimarer Republik: funktional, klar gegliedert und doch elegant in seiner Schlichtheit.
Die Anlage diente ursprünglich nicht nur zum Schwimmen, sondern auch zum Waschen – viele Wohnungen in Lichtenberg hatten damals noch keine eigenen Bäder. Das Stadtbad war ein sozialer Treffpunkt und ein Zeichen kommunaler Fürsorge.
Nach dem Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude Beschädigungen und blieb bis in die späten 1980er-Jahre in Betrieb. Mit dem Wandel nach der Wende begann der Verfall – das Bad schloss 1991 seine Türen. Seitdem steht das Gebäude größtenteils leer.









In den letzten Jahren hat das Stadtbad immer wieder Künstler:innen, Fotograf:innen und urbane Forscher:innen angezogen.
Heute wird über verschiedene Konzepte nachgedacht, wie das Stadtbad künftig wiederbelebt werden könnte – als Kulturort, soziales Zentrum oder Hybrid aus Kunst und öffentlichem Raum.
Die Ausstellung „Reload“ im Stadtbad Lichtenberg findet im Rahmen der Zwischennutzung des Gebäudes statt und präsentiert künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Ort und Geschichte.
Im Mittelpunkt steht die Transformation des ehemaligen Hallenbades zu einem temporären Ausstellungsraum. Die Ausstellung nutzte die vorhandene Raumstruktur – Schwimmhalle, Umkleidekabinen und technische Nebenräume.

Gezeigt werden Installationen, Videoarbeiten, Fotografien und raumbezogene Objekte. Die grundlegende Idee dreht sich um Wasser.
Diese temporäre Medienausstellung inszeniert die große und die kleine Schwimmhalle. In der großen Schwimmhalle der ehemaligen Männerhalle ist eine Lichtinstallation zu sehen. In der kleinen Schwimmhallt, das ehemalige Frauenbad wird neben teilweise sogar humorvollen Animationen ein Projektion Mapping an der Decke gezeigt.

Das Deckenprojektion Mapping sieht auch ziemlich arbiträr aus. Die Vermutung liegt nahe, dass jede Menge im Programm eingebaute Features ausprobiert wurden. Da gibt es keinen Spannungsbogen. Hier im Damenschwimmbad. es ist bereits nichts mehr sichtbar, der Boden begrenzt den ehemaligen Beckenbereich.
Die Projektionskünstler heissen:
Alexy Préfontaine | Alycia Rainaud | Andreas Wannerstedt | Arthur Galdin | David Ariew | egø | FutureMaster7 | Jacob Stillman | Jeremy Seeman | niche novus | Perry Cooper | Rank SSS.

Sie nutzen die Medien und die jeweils unterliegenden Programme spielerisch, manchmal sind es eher kleinere Experimente. Inhaltliche Tiefe lässt sich nicht beobachten. Es ist eine Spielerei mit Programmen und den technischen Möglichkeiten. Manchmal unterhaltsam, oft eher oberflächlich und wenig aussagekräftig, langweilig sogar zum Teil.

Wieviel KI steckt in den Bildmedien fragt sich der Betrachter? Wieviel Eigenarbeit außer Prompting? Prompting ist nichts weiter als seine Wünsche in klare und präzise Worte zu fassen. Manchmal sollte man auch Gestaltungswissen mitbringen um der KI genaue Anweisungen zu geben. Aber eigenständige Gestaltung ist das nicht. Es sind Befehle.









Bei vielen Exponaten wird der Verdacht nahe gelegt, dass keine Computer Animateure am Werk sind.
Die LED Installation im grossen Schwimmbad ist auch eher enttäuschend. Als Schwimmer Requisite eine Schaufensterpuppe, die Bahnen werden durch LED Lauflichter gekennzeichnet. Die Musik ist das übliche sphärische Toneinerlei. Manchmal werden die Einstiege noch durch farbliche LEDs in Szene gesetzt.

Das ist die Herrenschwimmhalle. Sie ist im Übrigen grösser. Zumindest das Becken.
Die Autorin hatte sich auf eine relativ unterhaltsame, wenngleich auch nicht sehr tiefsinnige Installation eingestellt. Schöne digitale Bilder. Manche bewegt, manche nicht. Und so ist es auch.
Beitrag von Ursula Drees
Alle Fotos sind ebenso von Ursula Drees gemacht worden.
An der Hochschule der Medien, Stuttgart wird im Studiengang das Fach „Spatial Experience“ angeboten. Es werden interaktive Erlebnisse gestaltet. Dort wird auf hohem Niveau gearbeitet und jedes Semester entstehen tolle interaktive Erlebnisse. So wie auch bei diesem Raum namens Auftritt.
Musik ist Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Auftritt, ein interaktiver Experience Space für 4 Spieler*innen, macht uns zu berühmten Bandmitgliedern. Mit Leuchtarmbändern wird gleich schon eine Einteilung gemacht.

Der Name der Band entsteht per Zufallsgenerator. Es gibt drei Kombinationen und heraus kommen lustige Namen. Ein kleiner Scherz unsererseits.


Durch den Backstagebereich geht es direkt auf die Bühne. Der Weg dorthin verspricht schon viel. Man hört bereits das erwartungsvolle Publikum. Unsere Fans. Kurz vor dem Ausflippen. Das treibt den Blutspiegel in die Höhe und ein Lächeln aufs Gesicht.

Über drei Stufen tritt die neu gegründete Band auf die Bühne. Die Crowed steht schon da. Das ist eine tolle Geräuschkulisse. Wie in echt. Das überdimensionale Instrument liegt vor uns. Vier Spieler*innen, jeweils fünf Tasten – gespielt mit den Füßen. Gemeinsam entsteht die Leadmelodie unseres komponierten Songs. Die Idee ist nicht neu. Die Ausführung ist es schon.

Gleich zu Beginn muss man schon aufpassen. Denn die Frage stellt sich, wann der Tastendruck erfolgen soll. Wenn die LED Lichter loslaufen oder wenn sie bei der Taste ankommen? Das wird in einer kurzen Einführung geklärt.
Die LED-Lauflichter klären die farblichen Zuordnungen und setzen visuelle Impulse. Alles hilft beim Spielen. Kreativität, Timing und Geschick entscheiden, wer durch die Crowd bejubelt oder ausgebuht wird. Das Cheer-o-Meter zeigt, wie die Band abliefert.

Die Trittfelder werden mit unterschiedlichen Prototypings auf Usability getestet. Jeder soll sie bedienen können, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Die Tasten werden für starken und leichten Druck, auf viel und wenig Gewicht getestet. Ausgemessen, zugeschnitten, zusammengesetzt, verkabelt und programmiert. Jede Menge Arduinos, es wird gelötet und mit einer Unmenge an LED Lauflichtmetern wird die Bedienung verständlich. Das Feedback bilden Ton, Licht und Animation des Publikums ab.





Wir haben einen Technosoundtrack komponiert. Eigentlich 3 Songs. Aber der hat am besten gepasst und gefallen. Er besteht aus Baseline und Spieltönen. Die Spieltöne sind Sache der Band. Die heisst es zu treffen.

Je besser es geht, desto mehr Punkte und desto lauter feuert uns die Crowd an. 4 Monitoring Boxen für die Spieler*innen und der Spatial Sound wird durch eine Vielzahl weiterer Boxen zum live Erlebnis. Das Publikum, also die Crowd ist für 10 Reaktionen mit Sound und Bewegungen gestaltet.

Die in Unreel hergestellte Crowd ist für die 4 x 6 Meter große LED Wand zugeschnitten. Sie reagiert geschmeidig auf die Spielperformance. Effekt-, Bühnen und Interaktionslicht, mit GrandMA 2 gesteuert, macht die Musik zur Show.
Mit einer Vielzahl an Programmen wird die erhebliche Komplexität der Medien gesteuert und programmiert.

Wir machen alles selbst. Bühnenbau, interaktive Trittfelder, Medienbespielung durch Bild, Ton, Licht, Haze. Kurz: alles was zum Showmoment gehört wird bedacht.

Nach dem Auftritt entspannen die Bandmitglieder in der Lounge und verfolgen, wie sich die nächste Gruppe schlägt. Dafür gibt es auf einem größeren Screen 4 Überwachungsscreen. Außerdem werden die Spielpunkte im Score gelistet. Jede Band kann sehen, wie die Anderem im Vergleich gespielt haben.

Auftritt ist Performance, Spiel, Experiment und Erlebnis zugleich. Es macht Spass, denn die Besucher*innen wollen eigentlich gerne gleich nochmal auftreten und spielen. Damit ist das Erleben gesichert.
Das Team.

In diesem Zusammenhang werden die Partner und Sponsoren dieser Produktion genannt.

Alle Bilder wurden in der Studioproduktion hergestellt@Studioproduktion Spatial Experience
Beitrag Ursula Drees
William Kentridge ist ein südafrikanischer Künstler, Regisseur und Animationskünstler, geboren am 28. April 1955 in Johannesburg. Er wuchs in einer jüdischen Familie auf und erlebte die Schrecken und Herausforderungen des Apartheidregimes in Südafrika. Das hat einen tiefen Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung. Kentridge studierte an der Universität von Witwatersrand in Johannesburg, wo er zunächst ein Studium der Politikwissenschaft und später der Kunst und der Filmproduktion absolvierte.
Sein Werk zeichnet sich durch eine Kombination aus Zeichnungen, Animationen, Theater und Installationen aus. Kentridge ist bekannt für seine Animationsfilme. Sie verbinden Zeichnung und Radierung. Er macht Zeichnungen, sie werden gefilmt und geschnitten. Die Bilder bearbeitet er einie Male damit der Effekt des Verblassens und der Transformation erzeugt wird. Damit wird künstliche auf formaler Ebene Erinnerung, Vergänglichkeit und das Historische vermittelt.
Kentridges Arbeiten kombinieren oft Elemente des Theaters und der Darstellenden Kunst. Er hat weltweit in großen Institutionen ausgestellt, darunter die Tate Modern in London und das Museum of Modern Art in New York. Seine Stücke, wie die Operninszenierungen, beispielsweise “The Nose” von Dmitri Schostakowitsch und “Woyzeck”, haben ihn auch als bedeutenden Theaterregisseur etabliert.
Eines seiner bekanntesten Werke ist die “Drawings for Projection”-Reihe. Sie besteht aus mehreren Animationsfilmen, darunter “South African History” und “Ubu and the Truth Commission”. Diese Filme behandeln die sozialen und politischen Themen Südafrikas und reflektieren Kentridges Auseinandersetzung mit der Apartheid, Identität und dem kollektiven Gedächtnis.
Kendrige hat viele Facetten. Er kollagiert fast wie im Stil von John Heartfield. Nur dann doch anders. Er arbeitet mit Puppen. Die Collagen werden manchmal mit Stop Motion in den Animationen eingebunden. Dabei entsteht ein Puppenspielästhetik.



In Dresden im Albertinum wird bis zum 4. Januar „More Sweetly Play the Dance“ von 2015 gezeigt. Eine 8-Kanal Filminstallation, vier Megafone mit Lautsprechen werden im Raum platziert und das Ganze auf einer Ausstellungsfläche mit eine Länge von ca. 40 Metern. Das ist gewaltig. In Dresden wird die Installation mit einer 7 Kanal Version präsentiert.
Die Installation zeigt eine endlose Prozession von Figuren in Silhouette, die sich durch eine imaginäre Landschaft bewegen. Kentridge schuf dieses Werk 2015 in Zusammenarbeit mit etwa 40 Künstlern, Musikern, Schauspielern und Technikern in seinem Johannesburger Studio.
Die Musik wurde von Johannes Serekeho komponiert und von der African Immanuel Essemblies Brass Band unter Bishop R.E. Sefatsa aufgeführt. Der Choreograph Dada Masilo entwickelte die Bewegungssprache für diese kino-poetische Prozession.

Sie stellt eine Parade dar. Es erinnert irgendwie an die Beerdigungsparaden aus New Orlean. Aber der mittelalterliche Totentanz – Death as Dancer, der seine Begleiter zum Ende führt, lässt sich auch darin sehen. 15 Minuten ziehen die Tanzenden an den Betrachter*innen vorbei. Es werden Symbole der weissen Zivilisation zu Grabe getragen. Waffen, Scherenschnitte von wichtigen Personen, Kanonen, eine Prima Ballerina als Spieluhrcharacter. Sie trägt ein Maschinengewehr in den Händen, hoch über Kopf, ob es eine Kapitulation oder eine Schaugeste ist, bleibt offen. Es werden grosse Themen angesprochen. Apartheid, Menschenrechtsverletzungen, Kulturmissbrauch.
Die schwarz, graue, manchmal weisse Farbwelt wird nur durch beige, blau oder rötliche Töne unterbrochen. So wird Blick fokussiert. Gleichzeitig sind diese Filmbilder vor dem Hintergrund ruckelnder und mit Stop Motion hergestellt, ein bisschen geisterhaft. Alles, Musik und gelegentlichen Schrifttafeln bilden eine Ganzheit.


Die Leinwände stehen verkeilt oder eher in unregelmässiger Abfolge installiert im schmalen, sehr langen Raum. Wenn die Bilder die eine Leinwand verlassen, gibt es keinen direkten Anschluss. Manchmal muss man warten bis die Prozession wieder auftaucht. Die Verzögerung ist bedeutungsreich. Die Bilder verschwinden im Nichts und kommen dann doch wieder hervor.
Im gleichen Raum dem gegenüber sehen wir die großformatigen Vorzeichnungen aus den Jahren 1869–1876 für das berühmte 100 Meter lange Porzellankachel-Gemälde das den Dresdner Fürstenzug präsentiert. Die kontextuelle Verbindung ist offensichtlich.
Videoschnitt und Konstruktion: Janus Fouche
Musikkomposition: Johannes Serekeho
Musik eingespielt von The African Immanuel Essemblies Brass Band (unter Leitung von/ under Bishop R.E. Sefatsa)
Gesang/ Vocals: Bham Ntabeni, Moses Moeta
Trommeln/ Percussion: Tlale Makhene
Tonmischung / Sound editing: Gavan Eckhart
Kostümdesign/ Costume design: Greta Goiris
Choreografie und Tanz/ Choreography and dance: Dada Masilo
Kamera/ Camera: Dusko Marovi und SASC
Bilder, Videos und Beitrag von Ursula Drees
Die Installation basiert auf dem gleichnamigen Film, der als Auftragswerk zur Begleitung der 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) entstand, die der russische Komponist nach Stalins Tod komponierte. In der Stalinzeit bewegte sich Schostakowitschs Leben zwischen Anpassung und künstlerischer Selbstbehauptung und die Sinfonie gilt gemeinhin als Abrechnung mit dem Diktator. Ausgehend von der Musik und dem Leben Schostakowitschs hat Kentridge eine fiktionale Bildcollage inszeniert und spannt einen Bogen von Lenins Tod (1924) über Majakowskis Selbstmord (1930), die Ermordung Trotzkys (1940) bis zu Stalins Tod (1953).
Das gesamte Setting – Bühne, Ausstattung, Figuren und Kostüme – wurde im Stil der Collage- und Montagetechniken des russischen Konstruktivismus entworfen. Eingebettet ist die lose Erzählung von politischer Macht und künstlerischer Freiheit, von revolutionärem Aufbruch und dem Verfall einer Utopie, von Hoffnung und Desillusion in eine kaleidoskopartige Sequenz aus .
In Oh To Believe In Another World begegnet uns ,,Geschichte in Form einer Collage“ (William Kentridge).
Es ist eine visuelle Erzählung. Kentridge verwendet viele Medien. Schrifttafeln, Collagen, bewegte 2 dimensionale Puppen auf Karton, Filmausschnitte, Textpassagen, historische Fotos, Reproduktionen von Skulpturen und Bildern, alte Zeitungsseiten und Buchcover. Das schafft einen rauen, spontanen und sehr durchdachten visuellen Stil.
Wer den Film betrachtet wird assoziativ sehen und konzeptuell denken.




Zu sehen noch bis zum 4. Januar 20266 in Dresden im Albertinum.
5-Kanal-Filminstallation, 15:42 min (in dieser Ausstellung als 7-Kanal-Version präsentiert Five channel film Installation, 15:42 min. Courtesy Kentridge Studio© William Kentridge
Regie/ Director William Kentridge
Schnitt- & Tondesign/ Editor & sound design Janus Fouche
Zusätzliche Redakteure/ Additional editors Zana Marovi, Joshua Trappler
Kostüm- & Puppendesign/ Costume & puppet design Greta Goiris
Bühnenbild und Modellbau/ Set & model design Sabine Theunissen
Kamera/ Camera Dusko Marovi SASC
Fotos, Videos und Beitrag von Ursula Drees

In Bill Violas Werk „Stations“ werden fünf zentrale menschliche Erfahrungen thematisiert, die sich mit den existenziellen Aspekten des Lebens und der Spiritualität befassen:
- Geburt – Die erste Station thematisiert den Beginn des Lebens und die Wunder der Entstehung.
- Tod – Diese Station widmet sich dem Ende des Lebens und den damit verbundenen Emotionen und Ängsten.
- Trauer – Hier wird das Gefühl der Trauer hervorgehoben, das als Teil des menschlichen Daseins und des Umgangs mit Verlust dargestellt wird.
- Transformation – Diese Erfahrung beschäftigt sich mit den Übergängen im Leben, sei es durch Veränderungen oder tiefgreifende Lebensereignisse, die zu persönlichem Wachstum führen.
- Auferstehung oder Wiedergeburt – Die letzte Station thematisiert den Kreislauf des Lebens, der den Gedanken an Erneuerung und spirituelle Wiedergeburt umfasst.
Diese fünf Erfahrungen bilden das emotionale und thematische Rückgrat von „Stations“ und laden die Betrachter dazu ein, über ihre eigene existenzielle Reise nachzudenken.
Die Ästhetik von „Stations“ zeichnet sich durch die Verwendung von Wasser, Licht und Körperlichkeit aus. Es ist eine fünfkanalige Videoinstallation, bei der nackte Figuren in Wasser schweben, im ZKM sind sie auf grossformatigen Leinwänden zu sehen. Diese Figuren haben etwas Übernatürliches, Göttliches oder auch Geisterhaftes an sich. Die Bewegungen verschmelzen mit der stillen, fast meditativen Klangkulisse eines Unterwasserraums. Unter jeder Projektion befinden sich polierte schwarze Granitplatten. Sie spiegeln die Bilder. Die kontemplative Atmosphäre betont die Themen Leben, Tod und Wiedergeburt.
Bill Viola studierte von 1969 bis 1973 an der Syracuse University, wo er einen Bachelor of Fine Arts in der Fachrichtung Malerei erwarb. Während seiner Studienzeit entdeckte er sein Interesse an Video- und Bildmedien und absolvierte anschließend ein Praktikum am Experiential Media Studio im Experimental Television Center in New York.
Viola gilt als einer der Pioniere der Videokunst. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Themen wie Leben, Tod, Spiritualität und menschliche Emotionen aus. In den 1970er Jahren begann er mit der Erstellung von Videoinstallationen. Er nutzt moderne Technologien, um ageometrische Darstellungen von Wasser, Raum und Licht zu erschaffen.
Beitrag und Videos von Ursula Drees

