plusinsight

Home » AutorInnen » Ursula Drees

Ursula Drees

Nach meiner Berufung als Professorin für die Hochschule der Medien in Stuttgart, stellte sich die Frage: Was mache ich mit meiner Agentur? Nach einiger Zeit übernahmen meine damaligen PartnerInnen die Kunden von plusinsight, denn Zweigleisigkeit ging zeitlich nicht. Und dann entstand aus plusinsight dieser blog.

Zu meinen Interessen im Allgemeinen und Herleitung für das Besondere:

Allgemein

Objekte werden zu Ideen, Menschen zu Konzepten und das Leben zur Funktion. Während meiner Studienzeit habe ich Installationen gebaut, Happenings veranstaltet und Gesellschaftsspiele inszeniert. Spielerisch, witzig und ein bisschen ironisch weisen meine Werke auf die geschaffene Welt der Illusionen hin. Welche Illusionen? Die, der Kommunikation. Denn die Dinge (Zeichen) verweisen auf etwas anderes aber nicht auf die Wirklichkeit, wenngleich auf etwas täuschend Ähnliches. Sie verweisen auf Vorstellungen und Simulationen.

Es stellt sich die Frage: Gibt es noch eine Seele, eine Aura in der immateriellen Kunst? Gibt es eine Glaubwürdigkeit der Objekte?

Der gestalterische Prozess ist ein künstlerischer. Die virtuelle Welt und die Wirklichkeit wird durch verschwindende Schnittstellen unmerklich verbunden und zur Einheit. Der Datenraum legt sich über den realen Raum und bildet ein Ganzes, welches ein Eintauchen in die virtuelle Welt und ihre Phantasmen ermöglicht. Es werden Gefühlsversprechungen gemacht. Aber ob das Ganze, die Dinge und Zeichen wahrhaftig sind, bleibt abzuwarten.

Die kommerzielle Welt, ihre Formate und Träger werden verwendet um Gefühlsplazebos anzubieten. Es sind ironische und fröhliche Ersatzwelten, die kein Halt vor alt bekannten Merkmalen der Kommunikation, wie Werbung und Kommerz machen. Die Betrachter sollen auf ihre Kritikfähigkeit der Medienwelt geprüft werden, aber das Lachen sollen sie nicht vergessen.

Und neben diesen Gedanken; Konzepten und Arbeiten habe ich Freude an der Lehre. Sie lässt mich reflektieren, ordnen und Neues ausprobieren. Die Arbeit mit Studierenden ist inspirativ und bietet Raum für Unbekanntes. Ich schätze eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen und den Austausch über Lehre, Inhalte, Forschung und die Stärkung der Hochschule der Medien, die ich für die Beste in ihrem Bereich halte.

Besonders:

Der Event Mediale Erlebnisraum

Ihr Forschungsinteresse konzentriert sich Aspekte des transmedialen Storytellings für architektonische Inszenierungen und auf die erweiterten Möglichkeiten der Narration in Spiel-Szenarien und Szenographie.

Der Event mediale Erlebnisraum ist ein begehbarer, interaktiver Kommunikationsraum. Diese Räume sind real und sinnlich erfahrbar. Der Besucher kann hören, sehen, riechen, tasten, fühlen und schmecken. Er kann mediale Applikationen bedienen, Filme, Videos, Animationen sehen, Töne, Geräusche und Musik hören, durch eigene Bewegung im Raum Reaktionen auslösen und zum Teil einer räumlichen Inszenierung werden. Die Gestaltung von interaktiven Objekten, Systemen und Umgebungen, Bildern, Sounds und Lichtern in Event medialen Erlebnisräumen bindet die Darstellung von Verwandtschaftsverhältnissen, von Inhalt, Form, Funktionalitäten und Schnittstellen ein. Mit Hilfe von technischen Schnittstellen, von Controllern wird Interaktion und Anteilhabe beim Betrachter initiiert. Sie sind technisch.

Der Betrachter steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Er agiert, steuert, entdeckt, begreift und erlebt. Er ist Teil der Inszenierung. Die passiv reflektierende Haltung des Betrachters wird durch eine dialogisch aktive ersetzt. Ein Event medialer Erlebnisraum kann sehr technisch und medial komplex und vielfältig sein, kann aber auch eine Betonung auf den haptisch sinnlichen Objekten und Bühnen legen. Event mediale Erlebnisräume sind wirkliche Räume und sinnlich erfahrbar. Diese Räume sind begehbare Bilder, sie erzählen Geschichten oder thematisieren abstraktere Positionen, die bestimmte Themenbereiche künstlerisch aufarbeiten.

Der Event mediale Erlebnisraum bedient sich oft einer Rahmenhandlung. Diese weist auf das Geschehen in Folgeaufbauten oder Räumen und erklärt Tätigkeiten und Erlebnischarakter der Installation. Besucher werden auf eine gemeinsame Vereinbarung und Zielsetzung dieser Räume eingeschworen. Es wird ein inszeniertes Handeln auch Spielen genannt eingeführt. Und diese spezielle Art der Präsentation des „etwas in Szene“ also in den Blickpunkt des Rezipienten zu bringen, gibt dem Event medialen Erlebnisraum seinen Charakter. Das inszenierte Erleben durch eine Narration bedingt setzt einen Rahmen und grenzt sich vom Umfeld ab.

Ohne Rahmenhandlung oder Einbindung in ein Konstrukt, ohne ersichtliche Handlungsinhalte, sinkt der Wunsch beim Zuschauer sich aktiv mit einer Installation, sei es aus der Kunst oder aus dem Bereich Event medialer Erlebnisraum, auseinanderzusetzen. Die Rahmenhandlung ermöglicht das Eintauchen in eine andere Welt, es ist eine innere Absprache, die der Besucher mit dem präsentierten System eingeht. Er befindet sich in einem Rollenspiel. Seine Aktionen werden in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und das wieder ergibt einen Sinn.

Stationen und Informationen in tabellarischer Form zu meiner Person.
CV 
AUSBILDUNG
1994Meisterschülerin an der Universität der Künste, damals noch Hochschule der Künste, durch VALIE EXPORT und Prof. Joachim Sauter, Berlin
1993Abschluss mit „sehr gut“ als Diplom Designerin im Fachbereich Visuelle Kommunikation, Schwerpunkt Neue Medien an der Universität der Künste bei Prof. VALIE EXPORT, Berlin
1991Erasmusstipendium an der Universidat de las Bellas Artes, Barcelona, Spanien
1988 - 1994
Studium der Visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Medien und
Meisterschülerstudium an der Universität der Künste, Berlin
1983 - 1988Studium der Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Goethe Universität in Frankfurt am Main
1983Abitur, Mariengymnasium, Arnsberg, Westfalen
SPRACHENDeutsch (Muttersprache)
Englisch (US) in Wort und Schrift (fließend)
Spanisch und Französisch (Grundkenntnisse)
BERUFSPRAXIS
2008 - heuteProfessorin für Mediengestaltung, Schwerpunkt EventMedia, Hochschule der Medien, Stuttgart
2006 - 2008Gastprofessorin und Dozentin an der Beuth Hochschule, Berlin
2007 - 2010Lehrauftrag an der Appalachian State University, Boone, North Carolina, USA, Masterstudiengang „Educational Technology“
2002 - 2009Medienkünstlerin mit der kreativen MedienKunstagentur plusinsight; neben Kunst auch Kunden: Daimler Chrysler, Galileo Institute, Interlübke, Hertha BSC, C & M Radelfahr Media Consulting, Callas Hospitality Group usw.
Seit Oktober 2001 bis Juli 2006 Lehraufträge an unterschiedlichen Hochschulen
1999 - 2001Jr. Kreativ Direktorin, Filmstudios Babelsberg, artemedia ag/fx-Center
Leitung und Führung (ca. 25 Mitarbeiter) der Kreativbereiche Event Media und Corporate Design. Übernahme der Position der Regisseurin bei Multimediaapplikationen.
Senior Art Direktorin bei der artemedia GmbH
Aufbau und Leitung der sechs Mann/Frau starken Multimedia-2D Abteilung.
1995 - 1999Art Direktorin der Unified Field Inc., New York, NY, USA
Leitung des 4 Mann/Frau starken Multimedia 2D Teams
Realisation eines freien Internetmagazins; New York, NY, USA „Infected Conception in New York“. Verantwortlich für redaktionelle Beiträge, Konzeption, Navigation, Gestaltung und Realisation.
1994 - 1995Medien Designerin bei der Pixelpark Multimedia Produktions GmbH. Verantwortlich für 2D - Interface Designs für POS, Applets auf Laptops oder Power Books und Kiosks.
1990 - 1994Freelance Designerin in Berlin und freischaffende Künstlerin
FORTBILDUNGEN
Hochschulddidaktische Weiterbildung des Berliner Zentrum für Hochschule- Der interaktive Lehrvortrag – lebendige Vorträge und Großveranstaltungen
- Wissenschaftliches Schreiben und Schreibdenken in der Lehre
- Erfolgreich international präsentieren – Vorträge und Selbstdarstellung in englischer Sprache
- Forschendes Lernen in der Lehre
- Gutes Powerpoint – Schlechtes Powerpoint
- Lust oder Frust? Motivation in der Lehre
- Umgang mit Evaluationsergebnissen
- Schriftliche Prüfungsaufgaben formulieren und bewerten
- Optimierung von Lehrveranstaltungen durch gute Planung
- Sprechen und Dozieren – stimmlich leistungsfähig und wirkungsvoll
- Steuerung von gruppendynamischen Prozessen in der Lehre
- Professionell Lehren für neu berufene ProfessorenInnen I und II
University of Maryland; USAEnglish for Teaching, Seminar 2 weeks
Konrad-Adenauer Stiftung e.V.Rhetorik oder: Die Kunst gut zu reden. Überzeugend argumentieren – wirkungsvoll vortragen
REFERENZPROJEKTEKunst und Kommerz
2007 KunstFlagshipstore in www.secondlife.com „Vitruvé - your companion in difficult situtations“
Secondlife : jeder User hat die Möglichkeit die Welt zu formen, man kann Grundstücke kaufen und sie bebauen um dort Shops, Galerien, Hochschulen, Universitäten, Shops, Eisdielen, Skiresorts usw. aufzubauen. Mehr Wirklichkeit von vitruvé als flagshipstore.
2005KunstVirtuelle Natur
3 Installationskonzepte rund um Virtuelle Natur (Environmentals).
2004 KunstNURSULA ist ein Prototyp für einen Nursebot, (3 D Movie)
NURSULA lebt mit alten Menschen im Heim oder zu Hause.
2003 Kunst„Vitruvé - your companion in difficult situtations“
Die Kunstaktion verkauft ein Produkt, was es nicht gibt - das Gerücht von einem Produkt. Das Produkt heißt „virtuvé“.„vitruvé“ ist der Zugang zur mentalen Welt. „vitruvé“ ist ein „self confidence enhancing digital external device“.
2001 KommerzYello Strom: CityCube Essen
Eine modulare Glass/Stahlkonstruktion mit zwei Geschossen. Die Innenwände sind Rück- oder Aufprofähig. Im Innenraum befindet sich ein 360 Grad Kino. Es wird mit Filmen, 3 D Multiuser Games bespielt, eine Kreuzschaltung macht eine kurzfristige Nutzung als TV Sendezentrale möglich.
2000 KommerzEXPO 2000: Nationenpavillon für das Fürstentum Monaco
3 stöckige Glas-, Stahlkonstruktion, von innen und außen Rückpro- und Aufprofähig, im 1. Stock 360º Kino und Multiplayer Game Areal (max. 120 Spieler gleichzeitig). Inhalte, Ausgestaltung im Außenbereich und auf allen 3 Stockwerken.
1999 KommerzCeBIT Messestand für Microsoft, Germany
Stand auf 300 qm mit 3 unterschiedlichen Kinos, Verkaufs- und Vertragsräumen im frei schwebenden Doppelgeschoss. Imagefilm und interaktive Innenraumgestaltung im Kino 3
1998 KommerzNew York Stock Exchange Website - Tourismus Informations- Website des NYSE
New York Aviation System
Interaktives Kontrollsystem der Fluglotsen Kontrolltürme für An- und Abflug des New Yorker Luftraums der Flughäfen LaGuardia, John F. Kennedy und Newark.
1997 KommerzJames A. Micherner Artmuseum
Komplexes Interaktives System zur Katalogisierung des musealen Bestands und digitales Museum als POI als zweites Projekt.
1997 KommerzNewseum (The Freedom Forum) - interaktive Website in Washington DC.
1997 KunstLucky Hans, Josh Welber und Ursula Drees, interaktives Internetspiel auf Basis von Space Invader zu Lucky Hans, einem Wehrmachtssoldaten. Gefördert von National Public Radio (NPR)
1996 KommerzMasterCard International
Präsentationssoftware für das Verkaufspersonal in allen 5 Kontinenten, mit Redaktionsbereich.
1995 - 1998 KunstRealisation eines freien Internetmagazins; New York, NY, USA „Infected Conception in New York“. Verantwortlich für redaktionelle Beiträge, Konzeption, Navigation, Gestaltung und Realisation - erster Blog.
1994 KunstFishing for The Heavenly Body
Ein Kunstprojekt zur Kartographie der virtuellen Kommunikation im Internet.
1993 KunstChoose Your Own Reality, Performance/Happening
Interaktive Rauminstallation – Spiel als Vorläufer von online Partnervermittlungen
1993 KunstCity, interaktive Vidoeinstallation mit Performance. Schachspiel auf einem vernetzten Brett löst Videos und Soundscapes zum Thema Stadt aus.
1992 Kunstv.alery Videoinstallation
von masal: Moshe Moorgrabi und Ursula Drees. Kombination materieller Gegenstände und Videobilder. Thematisiert das Verhältnis zwischen materieller und narrativer Realität der medienorientierten Welten.
1991 Kunstone day, U Bahnperformance
von masal: Moshe Moorgrabi und Ursula Drees zusammen mit anderen KünsterInnen U-Bahn Performance auf der Linie 7
1990 KunstJoyce thinks in Pictures, begehbare Installation zu John Cage’s Oper „Roratorium“ in und von der Akademie der Künste der DDR und der Gesellschaft für Neue Musik der DDR, anlässlich von 3 Tagen John Cage „John Cage is on“ in der Akademie der Künste der DDR vom 30. Juli - 1. August 1990
1989 Kunst3 Siebdruck-Bücher zu Gedichten von Ernst Jandl, limitierte Auflage von 10 Stück.
MITGLIEDSCHAFTEN UND JURY's
2019Stuttgarter Filmwinter, Jury
2018 - ongoingTraumberuf Professorin: Verbundprojekt „HAW-Mentoring – Traumberuf Professorin“ . 4 Jahre werden talentierte Wissenschaftlerinnen mit rund 300.000 Euro des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (MWK) gefördert.
2018 - ongoingMentorin für junge Wissenschaftlerinnen über HAW/DHBW der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (LaKof BW)
2017- ongoingCommArtsClub Bayer, Jury
2016 - ongoingProgrammbeirat der RAUMWELTEN - Plattform für Szenografie, Architektur, Medien

 

ZURÜCK