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StuPro-Schlemmer x Beats

In der Staatsgalerie Stuttgart: Oskar Schlemmer’s Original Kostüme des Triadischen Baletts.©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Die Produktion befasst sich anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Bauhauses mit einer Neuinterpretation des Triadischen Balletts von Oskar Schlemmer in Form eines interaktiven Clubs. Nicht nur die Träume von Oskar Schlemmer nach elektronischer Musik sollen in Erfüllung gehen, sondern auch ein Triadisches Ballett, das stetig tanzt.

Staatsgalerie Stuttgart, Schlemmerxbeats. Die triadischen Tänzer und das Publikum ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Die Staatsgalerie Stuttgart verfügt über die letzten verbleibenden Originalkostüme von Oskar Schlemmers Triadischen Balletts. Auf der Staatsgalerie Stuttgart heißt es: „Kartiert man das Bauhaus und sein globales Netzwerk, so gehört Stuttgart zu den Städten, die für die viele Bauhäuslerinnen und Bauhäusler mittragend waren und im Gegenzug von ihnen beeinflusst wurden.“ (Kegel & Sander, 2019).

Oskar Schlemmer als Stuttgarter Maler, Bildhauer und Bühnenbildner konzentrierte sich auf die Stellung der menschlichen Figur im Raum. Er war fasziniert von der Beziehung des Menschen im Raum und deren gegenseitige Beeinflussung und Bedingung. Er fragt sich, wie ein Raum den Menschen beeinflusst und wie umgekehrt die Menschen zu Form und Wirkung des Raumes beitragen. Schlemmer war davon überzeugt, dass auch der Mensch an die Gesetze des Raumes gebunden ist und stellte seine mechanischen Bewegungen als Raumlinien dar (Zimmermann, 2007). 

Zur Untersuchung der Geometrie des menschlichen Körpers schreibt er 1915 in seinem Tagebuch: ”Das Quadrat des Brustkastens, der Kreis des Bauchs, Zylinder des Halses, Zylinder der Arme und Unterschenkel, Kugel der Gelenke an Ellbogen, Knie, Achsel, Knöchel, Kugel des Kopfes, der Augen, Dreieck der Nase, die Linie, die Herz und Hirn verbindet, die Linie, die das Gesicht mit dem Gesehenen verbindet, das Ornament, das sich zwischen Körper und Außenwelt bildet, sein Verhältnis zu ihr versinnbildlicht” (Langen & Müller, 1958a).  

Kostümnachbauten nach den Vorlagen der originalen Oskar Schlemmer Triadischen Ballettkostüme. Schlemmerxbeats. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Aus dieser Darstellung entstanden unter anderem 18 Figuren des Triadischen Balletts, die der Choreograf Gerhard Bohner zusammen mit dem Komponisten Hans – Joachim Hespos in den 70er Jahren zu dem heute bekannten Tanztheaterstück zusammenführten. Auch wenn die Figuren aus extremen Formen zusammengesetzt sind, beruhen sie auf den Proportionen des menschlichen Körpers. Die Kostüme wurden so entwickelt, dass sie den Tänzer in der Bewegung einschränken und damit die Bewegung der Figur und deren Tanz bestimmen.

Die Studioproduktion Eventmedia greift diese Ideen auf. Dieser Club leitet die Besucher von den Räumen des Triadischen Balletts in den Clubraum. Vor Eintritt in die Clubhalle, werden die Besucher an mechanische Säulen geführt. Dort konfigurieren die Besucher jeweils einen Triadischen Tänzer, bzw. sein Kostüm. Die Abstraktionen der Tragischen Kostümbestandteile, jeweils auf 3D gedruckten Kacheln, zitieren Schlemmers Ansatz, den Körper und die Form zu sehen.

Es gibt 3 dieser Säulen, denn Oskar Schlemmer hat für das Triadische Ballett auch 3 Stimmungen und deshalb 3 Kostümtypen entwickelt. Die Farben sind Gelb, Magenta und Schwarz.

Auswahlvorgang eines Kostüms anhand der 3 D gedruckten Auswahlsäulen. Schlemmerxbeats. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Auswahlvorgang eines Kostüms anhand der 3 D gedruckten Auswahlsäulen. Schlemmerxbeats. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Auswahlvorgang eines Kostüms anhand der 3 D gedruckten Auswahlsäulen. Schlemmerxbeats. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Zuordnung der gewünschten Kostüme mit entsprechenden Bauhausnamen. Schlemmerxbeats. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Modelling in Maya © Franca Bittner

Und innerhalb dieser Farben gibt es jeweils verschiedene Triadische Kostüme. Dabei wird das Kostüm bereits live an dem immer gleichbleibenden Basiskörper wie an einer Mannequin anprobiert. Der Tänzer erhält einen Bauhaus-Namen. Mit einem Bestätigungsmechanismus wird das Kostüm ausgewählt, es erscheint als Projektion an der Wand und begibt sich mit dem Clubber in den Clubraum. Dort wird der architektonische Raum um 3 Wand Projektionen erweitert.

Die Projektionen an den Wänden erweitern den Clubraum optisch. Dieser Erweiterungsraum ist den Triadischen Tänzern vorbehalten. Dort tanzen sie zur elektronischen Musik. So wie die Clubbesucher selbst.

Staatsgalerie Stuttgart, Schlemmerxbeats. Die triadischen Tänzer und das Publikum ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart

Staatsgalerie Stuttgart, Schlemmerxbeats. Die triadischen Tänzer, das Publikum und DJ in seiner speziell für diesen Anlass gestalteten DJ Booth. ©Studioproduktion EventMedia, HdM, Stuttgart


NameFunktionStudiengang
Niels KellerDokumentation || Programmierung || Medientechnik || Audiovisuelle Medien
Corbinian PfeifferSponsoring || Projektmanagement || TonMedienwirtschaft
Sophia SchimpgenProjektmanagement || Ton || Fotografie || Dokumentation Medienwirtschaft
Julia KokenProduktionsleitung || Licht || ProjektmanagementMedienwirtschaft
Svetoslav MitsevRegie || Animation || Bühne || LichtAudiovisuelle Medien
Shari MolgesSponsoring || Regie || Medienwirtschaft
Ria GollerSponsoring || Financing || BühneMedienwirtschaft
Daniel ZinserRegie || Grafik Informationsdesign
Markus HirschMedientechnik || Programmierung Audiovisuelle Medien
David WaldowSound || Musik || Licht || DokumentationAudiovisuelle Medien
Andrea GuerreroGrafik || Bühne || Modelling-Animation || Audiovisuelle Medien
Franca BittnerAnimation || Programmierung || Computeranimation || Audiovisuelle Medien
Torben RumpfMedientechnik|| Programmierung || BühneAudiovisuelle Medien

 

Das Team von SchlemmerxBeats©Hochschule der Medien, Stuttgart.


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