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Ozymandias_Erlebnisraum

Teaser zur interaktiven Rauminstallation für eine Person „Ozymandias“ ©Studioproduktion EventMedia

Ozymandias – Nichts verbleibt. „My name is Ozymandias king of kings. Look on my works, ye Mighty, and despair!“ Die Hybris des Menschlichen liegt im Streben nach Unsterblichkeit. Der Zeit, jedoch, entgeht nichts. Im interaktiven Erlebnisraum Ozymandias erfährt eine Besucherin den Prozess des Zerfalls, der Vergänglichkeit und der Ästhetik des Verbleibenden. Dieser Perspektivwechsel eröffnet Schönheit, wo wir es nicht vermuten. „My name is Ozymandias king of kings.“

Detail aus der interaktiven Rauminstallation für eine Person „Ozymandias“ ©Studioproduktion EventMedia

Normalerweise wird Zerfall als etwas Hässliches angesehen. Aber Auflösung und Verderben eröffnen Ansichten schillernder Schönheit. Die Rückgewinnung durch die Natur wird in Ozymandias inszeniert. Das Reich des Königs aus Stein und Beton verschwindet.

Detail aus der interaktiven Rauminstallation für eine Person „Ozymandias“ ©Studioproduktion EventMedia

Dabei wird die Betrachterin in ein eigenwilliges Erlebnis eingetaucht. Es ist eine multimediale Darbietung unter Zuhilfenahme von Medien und Interaktionsschnittstellen. Die Inszenierung ist komplex und ganzheitlich geplant. Die Besucherin tritt in diese Welt hinein und befindet sich in der Parallelwelt des sinnlichen Erfahrens.

An der Medienight der Hochschule der Medien in Stuttgart zu sehen ist die interaktive Rauminstallation für eine Person „Ozymandias“ ©Studioproduktion EventMedia

Es ist eine interaktive Installation für eine Person. Am Donnerstag, der 4. Februar findet an der Hochschule eine virtuelle Medianight statt. Unter dem Link: hdm-stuttgart.de/medianight. Zum Projekt Ozymandias bitte etwas länger runter scrollen. Es werden unheimlich viele Projekte gezeigt und „O“ ist im Alphabet weit hinten. Deshalb nicht ungeduldig werden. Es kommt.

Das ist das Icon welches zu finden gilt.

Und da kann dieser Erlebnisraum stellvertretend als Videomitschnitt angesehen werden. Das studentische Team erzählt im Nachspann von den Schweirigkeiten und Herausforderungen, die in Coronazeiten plötzlich relevant wurden. Ein guter Blick hinter die Kulissen. Es lohnt.

Beitrag von Ursula Drees

Most Dangerous Street

social scenography

„Most Dangerous Street“ gewann drei goldene Bleistifte bei The One Show 2020.

Drei Agenturen haben sich an dieses Projekt gemacht. Von der Martketingseite ist es FCB Chicago, FCBX als Agentur für markenorientierte Kommunikation auch in Chicago und die Werbeagentur Lord + Thomas, ebenfalls Chicago. Das Illinois Council Against Handgun Violence (Rat gegen Faustfeuerwaffengewalt) beauftragte diese Arbeit, die wohl am besten als Social Szenography eingeordnet werden kann. Social Szenography beschäftigt sich mit gesellschaftsrelevanten Themen, dokumentarisch und entwickelt dazu Erlebnisräume oder – environments. Die Aktualität spielt neben einer tiefen Verwurzelung zu Themen der Gesellschaft das Herzstück. Es wird künstlerisch inszeniert und dokumentarisch begleitet.

„Most Dangerous Street“ erzählt am Beispiel von einer Strasse von täglicher Gewalt in Chicagos Nachbarschaften. Die wöchentlichen Statistiken der statt gefundenden Gunshootings werden visualisiert. Wie bei James Bond Filmen zeigen Laserstrahlen den Verlauf der Schusspatronen an. Die Menge dieser Strahlen bildet ein enges Netz. Jeder einzelne Laserstrahl steht für ein Schusswaffenopfer. Und bei Durchbrechen des Strahls wird das Leben und Details des Opfers projiziert. Es ist ein Gedenken, ein Wiederbeleben von sonst schnell vergessenen Einzelschicksalen. Die Familien der Opfer werden befragt und berichten über die Menschen, die Verhältnisse, das Leid und die Gründe.

Dem anbei gestellt ist die SAFE ACT Website ( SECURE AMMUNITION AND FIRE ARM ENFORCEMENT ACT).

Die Gesetzgebung enthält Bestimmungen, die das Recht gesetzestreuer Bürger, Waffen zu tragen, schützt und bewahrt. Das SAFE-Gesetz hindert gleichzeitig Kriminelle und gefährlich psychisch Kranke am Kauf von Waffen, geht gegen illegale Waffen vor und verbietet die gefährlichsten Angriffswaffen.

Ausserdem werden Bezirke, die am stärksten von Gewalt betroffen sind, unterstützt, um sich mit den Ursachen für die Gewalt in den Bezirken zu befassen. Die Gesetzgebung erkennt an, dass es eine öffentliche Krise ist, und das bedeutet besondere Aufmerksamkeit und außergewöhnliche Massnahmen. Deshalb soll die Bevölkerungsstruktur untersucht werden. Wie hoch ist der Grad der Verarmung? Wie langlebig sind Beziehungen zu Partnern? Gibt es Gewalt in den Familien? Sind die Menschen in einem sicheren Arbeitsverhältnis? Können sie Bildungsangebote wahr nehmen? Wie kann geholfen werden, um Stabilität zu erzeugen? Welche Hilfen sind notwendig, um ein stabiles Einkommen zu erreichen, um Vermögenswerte anzureichern, um eine Bonität zu erwirtschaften. Das alles führt zu Investitionen in Arbeitsplätze, Wohnraum, Beschäftigung, Kinderbetreuung, Gesundheitsfürsorge und andere notwendige Dienstleistungen.

Die Bürger werden ermutigt, Maßnahmen zu ergreifen, um genau in diesen Bereichen Hilfe zu leisten. Sich nicht in der Armut zu verstecken, sich nicht zu isolieren, nicht das Leid allein austragen, nicht einsam zu leiden, sondern zu erkennen, dass ihre Geschichte von vielen geteilt wird. Dass sie Rechte haben und begreifen, dass sie Initiativen ergreifen können, um sich und anderen zu helfen.

Es werden Mittel entwickelt und gesucht damit eine wirtschaftliche Entwicklung in den am stärksten von Waffengewalt betroffenen Stadtvierteln angeschoben werden kann.

Das verstehe ich unter Social Scenographie. Nicht allein deshalb, weil es kein fertiges Kunstwerk ist, sondern weil es wöchentlich auf Basis der Statistiken neu aufgelegt wird. Mal mehr, mal weniger Schussbahnen durch Laser visualisiert. Mal mehr, mal weniger Berichte, Steckbriefe, Geschichten von Angehörigen.

Was das für die Herstellung bedeutet? Da liegt eine ausgeklügelte Datenbank zu Grunde, Medienservertechnologien, die durch Berechnungen Laser neu ausrichten, Lichtsensoren, die Impulse auslösen und Geschichten sichtbar und hörbar machen. Mit anderen Worten ausgefuchste Schaltpläne, komplexe Sicherheitsvorkehrungen für Medientechnologien im öffentlichen Raum, Wetter- und Vandalismus sichere Aufbewahrungsorte, stabile Vernetzung usw.

Ein Meisterwerk.

Beitrag von Ursula Drees

VR Tauchgang zu PS Harold des National Maritime Museums of Australia ab 2021

The only known photograph of PS Herald, showing the paddle steamer in Sydney Harbour during the latter half of the 19th century. Image Stanton Library, North Sydney 

Im Sydneyer Hafen liegt in der Tiefe auf dem Meeresboden das Wrack der „PS Herald“, ein historischer Schaufelraddampfer aus dem 19. Jahrhundert. Es ist der Erste seiner Art und damit ein kulturelles Erbe der Geschichte Australiens. Das National Maritime Museum of Australia will den Besuchern diesen ersten eisernen Schaufelraddampfer in einer virtuellen Tauchtour vorstellbar machen. Viel Material gibt es nicht. Einige Fotos des Original Wracks und dann hat es sich.

James Hunter conducts a photogrammetric survey of Herald’s starboard boiler. A lighting array was used to illuminate the wreck site and resulted in imagery that was a vast improvement over photographs collected by the team in 2016. Image Irini Malliaros 

Aus eigentlich nur 2 Fotos von dem intakten Schiff und einigen Unterwasseraufnahmen des Wracks werden 3D Scans generiert und dann ein 3 D Modell des Wracks entwickelt. Es wird viel recherchiert. Die Geschichte, die Fora und Fauna der Wasserwelt. Mehr zur Technik des 3 Scans hier.

Close up detail of the 3D model, complete with resident wobbegong shark. Image Irini Malliaros and James Hunter

Das Schiffswrack wird als Wireframe Modell in realer Größe nachgebaut und sehr überzeugend in die eher dunkle Wasserlage des Hafens eingebaut. Das Wasser ist mit Partikeln versetzt, eher braun als blau, dunkel als hell. Es ist eine VR Anwendung entstanden. Ein Ereignis für alle Nicht-Taucher. Die Reise beginnt über dem Wasser, mit dem Blick auf die Küste des Sydney Harbours und führt an einem Seil einer Boje bis in die Tiefe auf den Meeresgrund hinab.

Das Projekt wird in Zeitungen, Magazinen beschrieben, der SWR macht einen Beitrag und voraussichtlich wird das National Maritime Museum of Australia 2021 eine Dauerausstellung mit diesem Projekt eröffnen.

Feedback vom Kurator James Hunter
“I would like to commend you on the fantastic virtual reality experience you have created for the wreck of the paddle steamer Herald. It is an absolutely stunning piece of work, and far exceeded my expectations! Indeed, some of my colleagues at the museum, including the Assistant Director and Curator of Ocean Science and Technology, were absolutely floored by the Herald VR’s quality, and have been talking excitedly about it ever since having the chance to give it a try! The other maritime archaeologist at the museum—who has been diving on the Herald for a number of years—stated that the VR ‘is unquestionably the closest thing to diving on the shipwreck other than visiting the wreck itself’! […]“

https://www.artstation.com/artwork/R3KEwr

Publiziert am 28. August 2020
in Experiental SpaceInteractive Space von der Hochschule Kaiserslautern

Master Studierende:      

Blume, Niklas,
Lauer, Lisa
Ledulé, Philipp
Peris, Manuel
Saenko, Dimitri
Stock, Oliver
Wingert, Alina

unter der Leitung von Prof. Holger Deuter (HS-KL)

Projektpartner:

Australian National Maritime Museum
Dr. James Hunter, Curator RAN Maritime Archaeology
Emily Jateff, Curator, Ocean Science & Technology
Kieran Hosty
Silentworld Foundation
Irini Malliaros

Kontakt:

holger.deuter@hs-kl.de

Beitrag von Ursula Drees

Musée Atelier Audemars Piguet

Musée Atelier Audemars Piguet: Die Komplikationen
Foto: Giovanni Emilio Galanello

Im Musée Atelier Audemars Piguet wird Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Schweizer Uhrenmanufaktur präsentiert. Am Rande des kleinen Ortes Le Brassus, abgeschieden in einem Hochtal des Schweizer Jura, dem Gründungsort ist das Museum im Boden als Spirale eingelassen. Ein toller Bau, der das historische Gebäude erweitert. Im Uhrzeigersinn präsentieren sich die Exponate, eher mechanisch als interaktiv, analog und wertig als Kunstobjekte. Die Uhr selbst ich ein mechanisches Wunderwerk, ein Kunstobjekt, so reichen sich Objekt und Ausstellung die Hand.

Musée Atelier Audemars Piguet: Die Komplikationen – Chronograph Foto: Giovanni Emilio Galanello

Durch Bodenfenster scheint das Licht auf die lichten und glänzenden Skulpturen. Alles atmet Ruhe und Zeit. Glanzvoll in Messing, abgesetzt mit schwarzen Körpern finden die Uhren und ihre Herstellung ihre Bühne. Im Herz der Spirale findet sich dann auch die komplizierteste Uhr, ein Unikat, der universelle Wahnsinn von Luxusuhr.

Musée Atelier Audemars Piguet: Royal Oak
Foto: Giovanni Emilio Galanello

Einige Stationen erinnern an Odyssee 2001 im Weltraum. Schwarze Quader, Raum hoch, die in der Mitte geteilt, langsam auseinander fahren und das Innenleben, natürlich Uhren, frei geben. Andere sehen aus wie Rohdiamanten. Unregelmässige, kantige Körper wie aus dem Berg geschlagene schwarze Steine. Ob sie wie ein Puzzele zusammen setzbar sind? Das ist natürlich nur ein Gedankenspiel, die Vorstellung aber belebt das Gefühl. Wäre es nicht schön, sich ausmalen zu können, dass diese Körper letztendlich einen Grossen ergeben?

Musée Atelier Audemars Piguet: Die ersten Uhrmacher
Foto: Giovanni Emilio Galanello

Die Formsprache, Farben, Aufbauen, Distanzen, Licht werden in den Dienst der Inhalte gestellt. Konsequent und klar. Es ist eine von der Zeit losgelöste Museumsgestaltung. Bei diesem Uhrenhersteller erwarten wir stilvolle Zeitlosigkeit. Diese Gestaltung hat in 20 Jahren genau soviel Beistand wie heute.

Wer hat’s gemacht? Atelier Brückner. Ganz schön toll!

Musée Atelier Audemars Piguet: Isometrie
Plan: Atelier Brückner

Diese Gestaltung wurde nicht nur hier besprochen:

www.e-architect.co.uk, www.archdaily.com, www.montres-de-luxe.com, www.hodinkee.com, www.designlines.de, www.stylepark.com, www.dezeen.com, www.designboom.com, www.baunetz.de, www.archello.com, …

Link zu Projekt

https://www.atelier-brueckner.com/de/projekte/musee-atelier-audemars-piguet

Schlemmer x Beats Shortlist bei der Communication Arts Competition in USA

Schlemmer x Beats in der Staatsgalerie Stuttgart. ein interaktiver Technoclub@Studioproduktion Eventmedia
Schlemmer x Beats in der Staatsgalerie Stuttgart. ein interaktiver Technoclub@Studioproduktion Eventmedia

Es handelt sich um einen interaktiven Club in der Staatsgalerie Stuttgart am 14. Februar 2020. Gerade noch rechtzeitig vor dem COVID-19 Lockdown konnte der Club geöffnet werden. Es werden die Schlemmerschen Triadischen Tänzer erneut belebt. Drei Säulen, die in Kopf, Torso, Beine aufgeteilt sind, ermöglichen eine Auswahl mit den Figurenvorlagen von Oskar Schlemmer. Aber sie ermöglichen auch neue Kombinationen. Jede Besucher*in erstellt einen Triadischen Tänzer nach ihrem Geschmack und tanzt dann im Clubraum gemeinsam: Virtuelles und Reales vermischt sich.

Schlemmer x Beats in der Staatsgalerie Stuttgart. ein interaktiver Technoclub@Studioproduktion Eventmedia

Die Zeitschrift Communication Arts ist die führende Fachzeitschrift für visuelle Kommunikation und eine der größten Kreativ-Zeitschriften weltweit. Diese einzigartige Kombination aus angesehenen jurierten Jahrbüchern in Design, Werbung, Illustration, Fotografie, interaktiven Medien und Typografie, ausführlichen Profilen von Designern, Fotografen, Illustratoren, Design- und Werbeagenturen und zahlreichen informativen Kolumnen, die mit höchstem Qualitätsstandard gedruckt werden, macht das Magazin zur ersten Publikation, die alle Aspekte der visuellen Kommunikation abdeckt.

Schlemmer x Beats in der Staatsgalerie Stuttgart. ein interaktiver Technoclub@Studioproduktion Eventmedia

Einmal im Jahr wird ein Wettbewerb veranstaltet. Die Studioproduktion EventMedia, der Studiengangs Audio visuelle Medien der Hochschule der Medien in Stuttgart hat mit der Produktion „Schlemmer x Beats“ in der Kategorie „Interactive“ den Sprung auf die Shortlist geschafft. Das ist bemerkenswert, denn im Normalfall finden sich dort weniger die raumbasierten interaktiven Medien oder Erlebnisräume. Wenn dann doch das räumliche Erleben in Kombination mit Interaktivität prämiert wird, zeichnet es die Arbeit doppelt aus. Einmal die Qualität an und für sich und dann, dass eine Einreichung aus einem eher entfernteren Genre, nämlich der raumbezogenen Interaktion in Verbindung mit Erleben ausgezeichnet wird.

Communication Arts wurde 1959 von Richard Coyne und Robert Blanchard gegründet und ist die wichtigste Inspirationsquelle für Grafikdesigner, Art Direktoren, Designbüros, Corporate-Design-Abteilungen, Werbeagenturen, interaktive Designer, Illustratoren und Fotografen – für alle, die mit visueller Kommunikation zu tun haben. Menschen, die mit visueller Kommunikation zu tun haben, wenden sich mehr als jede andere kreative Publikation an Communication Arts, um Ideen und Inspiration zu erhalten. Die Leitartikel, Feature-Artikel und jährlichen Wettbewerbe von CA bieten neue Ideen und Informationen und fördern gleichzeitig die höchsten professionellen Standards in diesem Bereich.

Beitrag von Ursula Drees