plusinsight

Category Archives: Installationen

EYJAFJALLAJÖKULL by Joanie Lemercier (AntiVJ)


Joanie Lemercier: In der Inspiration.


Joanie Lemercier: beim Aufbau.

Natürlich erinnern wir uns an den Ausbruch des Vulkans EYJAFJALLAJÖKULL (unmöglich auszusprechen) in Island 2010. Diese Arbeit handelt davon. Der vimeo Video zeigt die Künstler und macht ihre Hintergründe, Inspiration und Absichten deutlich. Joanie Lemercier vom Label AntiVJ arbeitet nicht allein, aber er darf als Initiator der Installation verstanden werden.

Besser lässt sich die Arbeit nicht beschrieben. Und weil die Studioproduktion Event Media im nächsten Semester die Theater Inszenierung der literarischen Vorlage „AGNES“ von Peter Stamm aus medialer Sicht realisiert, kann ich nicht an dieser Arbeit vorbei.

Abgesehen von der sowieso fulminanten Erfüllung von Mappingtechniken. Wie der Künstler sagt: Er studierte die Möglichkeiten von Licht und Schatten und die einhergehenden optischen Täuschungen“. 2 dimensionale Grundstrukturen, die auf einer Bühne gestaffelt angeordnet werden geben die Möglichkeit weite Räume und Horizonte zu beschreiben.

Das Label AntiVJ setzt bis jetzt einige Standards.
Der Video kommt von Jérome Monnot (cargocollective.com/jeromemonnot) und Vania Jaikin Miyazaki, produziert wurde er von Elefant Films.
Credits:
VISUALS: Joanie Lemercier
Additional visuals: Simon Geilfus
MUSIC: Monolake – Oomoo
PRODUCTION: Nicolas Boritch
Music used in the video report:
– Caribou – Children Play Well Together
– Nicolas Jaar – Wouh

MECANIQUES DISCURSIVES AT MAPPING FESTIVAL 2012

Joanie Lemercier schreibt von der Installation “Mécaniques Discursives”, gemacht von Yannick Jacquet und Fred Penelle.
Die Arbeit ist spielerisch und wie ein kleiner Kosmos aus Kinderspielzeug. Alles bewegt sich, reagiert und wackelt nach links oder rechts. Vielleicht kann man auch sagen es ist eine bewegte Illustration. In jedem Fall sehr poetisch. Es gibt viel zu sehen. An jeder Stelle der Wand oder des Bodens passiert etwas.

Beide Künstler haben schon vor einiger Zeit kleine Videos vom Arbeitsprozess in vimeo eingestellt.
Work in Progress 01

Work in Progress 02

Wir sehen zwei ziemlich unterschiedliche Disziplinen die zusammen geführt werden. Fred Pénelle arbeitet mit Holz, er malt, skulpturiert, verbindet und verändert das Material und baut ein kleines Universum aus winzigen Maschinen. Man kann seine Arbeit auch einfacher ausdrücken: lebender Holzschnitt. Nachdem die Objekte fertig gestellt sind, druckt er sie auf Papier und arrangiert die Objekte an der Wand. Es entsteht eine in sich geschlossene Welt aus Ideen. Es ist ein Traum, an dem wir teilhaben.
Yannick Jacquet bringt dann Licht dazu. Damit formt er Bewegung, verbindet und trennt. Er stellt Rauch, Dampf, Nebel, Blasen und andere Flüssigkeiten in Verbindung mit den Objekten her. Und alles zusammen ist ein Perpetuum mobile. Es ist eine Traumwelt, es erinnert an die Werke von Marcel Duchamp oder einen Joseph Cornell, es ist ein Kästchen, in der die ganze Welt versteckt ist.

Pieces von Robert Tardy

Roman Tardy stellt live visuals für Clubs her. Und macht vieles mehr. Auf seiner Website kann sich jeder ein bisschen tiefer mit seinem Werk auseinander setzten. Er ist Konzeptkünstler und Teil des Visual Labels AntiVJ. Er hat hier eine Performance in einem Museum vorgestellt. Die Konzeption ist reduziert und vielleicht deshalb so ansprechend. Die Musik spielt eine grosse Rolle, was sollte sie auch anderes tun. Da wir im nächsten Semester eine Theaterinszenierung machen, schaue ich schon intuitiv nach Formen des Stage Designs. Und an dieser Arbeit kam ich nicht vorbei.

PIECES / Chapter one : Battleships from Romain Tardy (AntiVJ) on Vimeo.

Dieser gezeigte Video bezieht sich auf das erste Kapitel. Fünf gibt es an der Zahl. Dieses hier heisst Battleships.

PIECES ist eine Zusammenarbeit von Squeaky Lobster (music) and Romain Tardy (installation, visual design). Die Arbeit geht immer wieder nah an die Grenze der optischen Täuschungsschaubilder heran. Ebenso werden natürlich Vorder- und Hintergründe miteinander durch Licht und Schattenspiele verwoben.


Manchmal gibt es einen Vorgeschmack zur Aufhebung von Grund und Himmel, wenn der Boden bewegt wird oder fast entschwindet. Diese Effekte sind bedacht formuliert. Es werden kryptische Runenzeichen dargestellt.


Es zwar keine Echten aber die Assoziation bietet Raum für Interpretation. Wenngleich diese sehr unscharf ist und damit die Frage nach der Planung aufwirft. Denn die Herausforderung nach einer nicht ausschliesslich rhythmisch getriebenen, sondern mit einfachen visuellen Zeichen inhaltlichen Geschichte ist noch nicht beantwortet. Trotzdem beachtenswert.

Ein kleiner Ocean im Sandkasten

Diese Arbeit hat André Bohr gefunden.

Die ADAA (Adobe Design Achievement Award) Galerie hats auf vimeo veröffentlicht. Ein Sandkasten, ein Beamer, Software und Licht. Die Besucher verändern die Sandaufhäufungen, kleine Inseln entstehen, Buchten, tiefere Ozeane: Sandbox Ocean.

Sandbox Ocean from ADAA Gallery on Vimeo.

Und wie es sich gehört schwimmen im Wasser Fische und Fischchen, Schildkröten, Krabben und andere Meerestiere. Die Interaktion mit dem Sand ist so einfach, die Reaktion schlüssig und poetisch. Es erinnert mich ein bisschen an die Verspieltheit von SPORE und an eine frühe Arbeit von Christa Sommerer & Laurent Mignonneau: A-Volve, 1994-97.

Bei A-Volve spielt Sand zwar keine Rolle, aber auch da lockt der Besucher mit Bewegungen im Wasser Fische an. Er spielt mit den kleinen Kreaturen und hat sogar erweiterte Möglichkeiten der Paarung mit anderen kleinen Fischchen. Ich habe diese Installation auf der Ars Electronica in Linz in den 80iger Jahren gesehen. Zur dieser Zeit waren interaktive Installationen hochgradig experimentell und Publikumsmagnete, heute sind wir technisch weiter, aber das Interaktionsschema ist beibehalten und hat weiterhin Bestand.

What’s Up von Urban Screen

Ich muss erneut meine Begeisterung für die Projekte der Gruppe Urban Art zum Ausdruck bringen. Hier will ich „WHAT IS UP?“ – “A virtual site-specific theatre” vorstellen. Es ist eine Architekturprojektion in Enschede / Niederlande während des Internationalen Festivals der Künste „Grenzwert“ am 25. September 2010.

Im Grunde ist das nicht sehr alt, aber dennoch in der heutigen Schnelllebigkeit ein Zeugnis von Zeitlosigkeit. Ein Zeugnis, dass Inhalte und nicht wie so oft bei medialen Artefakten durch reine technische Faszination und Innovation ein Werk zu einem künstlerisch wertvollen Beitrag erhebt. Die Gestaltung und Ästhetik des Projekts ist zeitlos und in grosser Übereinstimmung mit der Architektur, Inhalt und Technologie.

WHAT IS UP? | a site-specific virtual theatre | documentation from urbanscreen on Vimeo.

Urban Art erzählt die Geschichte eines Mannes, nach einem Weg durch eine dunkle Strasse nach Hause kehrend, den Rückzug von der Welt in seinen eigenen 4 Wänden versucht. Sein Lebensraum stellt sich surreal dar und spiegelt des Mannes innere Welt. Das Haus wird zu einem 3 dimensionalen Umfeld, dass den überproportional grossen Menschen beherbergt. Wir schauen bei unerwarteten Gravitationsänderungen, Wandwechseln und dem Eigenleben einer selbstagierenden Lebensumwelt zu.

WHAT IS UP? | a sitespecific virtual theatre | trailer from urbanscreen on Vimeo.

Die Hauswand stellt das Verbindungsstück von Innen nach Aussen, von Privatsphäre zu Öffentlichkeit dar. Schichten und Lagen der Persönlichkeit finden eine künstlerische Entsprechung in der Veränderung des Innenraums. Wir sehen was im Leben dieses Menschen geschieht, wenn sich alles ändert.

Diese Arbeit von Urban Screen haben wir schon im letzten Jahr genauer studiert, als es an die inhaltliche Suche für die Studioproduktion Event Media in Verbindung mit TV ging. Anfangs wollten wir das Thema „Smart Homes“ realisieren. Wir suchten nach Möglichkeiten die Selbstständigkeit der neuen voll vernetzten Häuser und ihre Konsequenzen für den beherbergten Menschen zu visualisieren. Das Projekt „Whats’s Up“ schien bereits alle Komponenten zu beinhalten und sollte unsere innere Inspirationsquelle werden. Zwar wurde das Thema dann später nicht realisiert, aber die Auseinandersetzung mit der Verbindung Organisation, Inhalt und Form, Technik und Herstellung stellte eine lehrreiche Zeit der Anschauung dar.

Schauspieler: Constantin Georgescu, Angela Kecinski, Till Botterweck, Koncept / Art Direktion: Thorsten Bauer, Max Goergen, Compositing: Thorsten Bauer, Max Goergen, Till Botterweck, 3D Operator: Peter Pflug, Sound Design: Jonas Wiese, Klarinette: Tomppu Houtari
Konstruktion der Greenbox: Falk Richter, Sasa Kloos, Dr. Wolfgang Fendrich, Rene de Vries, Assistent des Sets: Moritz Horn, Andy Rosenthal, Produktion: URBANSCREEN für das Grenswerk-Kunstfestival Enschede, Umgesetzt mit: Wings VIOSO Server