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Ars Electronica 2016: INSA (UK): Space gif-lti

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img_8994 img_8995 img_8996Diese Künstlergruppe aus Uk stellen von Hand animierte Street Art her. Die Idee ist aufwändig und plakativ. Sie ist großformatisch und kaum vorstellbar. Aber eine konsequente Weiterentwicklung von Kunstwerken dieser Machart. Werke, die nur aus vielen Metern Entfernung verstanden und entschlüsselt werden. Wir kennen die Anfänge. Schon die Impressionisten bedienten sich der Technik, die Line in Fläche aufzulösen. Wer zu nah an der Leinwand steht, der sieht Punkte, aber nicht das grosse Ganze, nicht das Motiv. Dann bei Gerhard Richter. Er hat Schwarz-Weiss Bilder gemalt, von der Entfernung, mindestens 20 Meter, erkennt der Betrachter das Motiv; von der Nähe nur Schwarze und Weisse Flecken und Formen. Hier geht man einen Schritt weiter. Es sind Kunstwerke im öffentlichen Raum, einerseits, und dann noch dazu Kunstwerke, die sich über Quadratkilometer erstrecken.  Zu guter Letzt vergänglich, Street Art eben.

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img_8991So entstand das „Looking for Love“ Motiv in Rio de Janeiro. Es sind 4 Einzelbilder auf einer Fläche von 14.300 qm. Das Motiv wurde über 4 Tage gemalt und jeweils modifiziert. Aufgenommen wurde es von einem kommerziellen Satellitenunternehmens, das eine 100 qm grosse Fläche auf 50 cm fotografieren kann. Es entstand die größte Giftanimation überhaupt. Bis jetzt.

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Ars Electronica 2016: Transmart Miniascape von Yasuaki Kakehi (JP)

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Sie findet sich im Ars Electronica Center. Es ist ein kleine Installation. 8 transparente Glasdisplays sind hintereinander gestaffelt und bilden einen Kubus.  Sie sind nicht besonders gross, vielleicht 20 x 20 cm und 1 cm dick. Der Abstand beträgt auch nur wenige Zentimeter. Die Installation findet sich in der Galerie im Ars Electronica Center, eigentlich ein Zwischengeschoss. Von dort schaut es sich in den Eingangsbereich. Grosse Glasscheiben trennen diesen Vorsprung von der Halle ab. Da passt diese gläserne Skulptur oder Installation hervorragend hinein.

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Die Glasscreens werden von Infrarot Sensoren am Rand der Skulptur auf Augenhöhe begleitet. Wer den Finger auf die Sensoren legt, ruft die Abbildung von Punkten auf den Glasscheiben hervor.  Wenn der Finger über die mittleren Sensoren streicht, dann werden auf den mittleren Gläsern Punkte kreiert, wenn am Aussenrand, dann werden die aussen gelagerten Platten bespielt. Die Muster wechseln und basieren auf Algorithmen. Es entsteht ein abstraktes 3  dimensionales Punktemuster oder Bild. Die Punkte selbst verändern die Farbe und Schattierung. Das hängt von den Lichtbedingungen ab. Die Arbeit ist leicht und hell, unaufdringlich und leise; eine Mini Landschaft von abstrakten Formen und Bewegungen.

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ZKM: Anca Benera & Arnold Estefan, Urban Wildlife: The Human Influence on the Social Life of Birds, 2013

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Die schöne detaillierte Bleistiftzeichnung von zwei Tauben, die ihr Nest an etwas veralteten Überwachungskameras aufgeschlagen haben. Da scheint es gemütlich zu sein. Am rechten Bildrand eine Notiz von BBC.  Ein Geldautomat wurde gestohlen und kein Individuum konnte identifiziert werden. Warum nur, fragt sich der Betrachter. Weil die Tauben ihren Job schludrig gemacht haben? Weil sie just in dem Moment anderes zu tun hatten? Vielleicht Zweige zu richten oder sich umzudrehen. Vielleicht fliegen oder Futter Suche? Wäre alles möglich. Oder haben die Tauben gar nichts mit dem Diebstahl zu tun? Bilden die Verankerungen der Überwachungskameras tolle Verstrebungen für Nistplätze. Ist das ein Zufall?

Natürlich, so stellen wir uns vor, Vögel und Tauben haben einen viel größeren Sichtradius, dann können sie die Vogelperspektive wunderbar einnehmen, haben einen Überblick, die gehören dahin. Aber warum sollte nicht der Zufall die wilden Tauben an diesen Platz gebracht haben? Es ist ein lachhaftes Bild.  Die zwei Vögelchen sind harmlos und familiär, sie leben. Der ursprüngliche Zweck der Überwachungskameras, die Überwachung ist ihnen egal. Hier ist es schön, hier bleiben wir. Und ungestört ist es zudem.

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Anca Benera & Arnold Estefan, Urban Wildlife: The Human Influence on the Social Life of Birds, 2013

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ZKM: Alicia Framis, Matilda-History of Drones, 2014

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2014, Ausgestopfte Taube, Kamera

„Historiy of Drones“ ist vom deutscher Apotheker Julius Neubronner inspiriert. ER setzte während des 1. Weltkriegs Tauben für die Vermittlung von Rezepten zum nahe gelegenen Sanatorium ein. Auf dem Rückweg wurden Medikamente transportiert. Der Apotherker hat zur Flugkontrolle kleine Kameras an seine Flugtauben gesteckt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Spionageflugzeuge, die Tauen übernahmen diese Aufgabe.

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Die Taubenfotografie setzte sich nicht durch. Alicia Framis sieht in den Tauben jedoch erste Drohnen. Die Tauben kamen auch in einem militärischen Kontext zum Einsatz. Sie sollten Aufklärung und Spionage betreiben und sie waren unbemannt. Hätte die Luftfahrt eine weniger rasante Entwicklung genommen, wären die Tauben zu Bedeutung gekommen.

Alicia Framis wurde 1967 in Barcelona geboren, lebt und arbeitet in Amsterdam.

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Christian Jankowski: Die Jagd, 1992

Ein Video. Mit VHS. Dauer 1:11 min, in Farbe. Von 1992. Gesehen in Stuttgart. klein und unerwartet. Ein Mann, mit Bomberjacke und 80iger jeans betritt den Supermarkt. In der Hand Pfeil und Bogen. Er schisst sein Essen. Das Hähnchen aus der Kühltruhe, die Margarine, das Spülmittel, oder Klopapier. Er legt an, zielt und trifft aus kurzer Distanz. Die Beute am Pfeil wird in den Einkaufswagen gelegt. Die Jagd.

 

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