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Was bedeutet Schöne Kunst?

Seit einigen Jahren verwäscht der Begriff des Künstlers. Scheinbar sind Berufsbezeichnungen wie Architekt*in, Grafic Designer*in, Programmier*in usw. nicht mehr ausreichend. Wir hören immer öfter von Computer Artists, Grafic Artists, Architectual Artist, Illustration Artist usw. Es besteht anscheinend der Wunsch, die auf Können, Handwerk und Wissen aufgebauten Berufe mit Kunst zu vermengen. Kunst scheint eine Auszeichnung zu sein und den oder diejenige mit einer Qualität des Besonderen und Aussergewöhnlichen aufzuwerten. Im Zuge dieser Bewegung oder dieser Erscheinung muss der Kunstbegriff erneut in den Fokus gestellt werden. Was ist denn eigentlich Kunst? Wer darf sich diesen Titel überstülpen?

Eine analytische Untersuchung des zentralen Begriffs der Schönen Kunst scheint angemessen. Hier sei darauf hingewiesen, dass bei der Verwendung des Begriffs der Schönen Kunst grundsätzlich das schöpferische Wirken und damit eine künstlerische Vorstellung gemeint wird.

Der Begriff der Schönen Kunst wird aus der historischen Sicht der Künstler und dessen Wirken betrachtet. Es geht es darum, den Begriff der Schönen Kunst zu begreifen, dafür Merkmale festzulegen.

Rezipienten der Schönen Kunst werden in der Begriffsklärung außen vor gelassen. Denn ein Kunstwerk entsteht immer durch den Künstler oder Künstlerin, bzw. eines­ Künstlerkollektivs. Rezipienten haben keinen Anteil an diesem Prozess, sie sind vom ursprünglichen Schaffensprozess ausgeschlossen und sind am Zustandekommen eines Kunstwerks nicht beteiligt. Selbst bei medialen, digitalen, generischen Kunstwerken, wo eine freiheitliche Handlung des Betrachters zum Gelingen des Kunstwerks gefordert ist, wird festgestellt, dass dessen handelnde Anteilnahme eine bereits durch Künstler geplante Tätigkeit ist. Es ist eine nachgeordnete, zwar im ursprünglichen Schöpfungsprozess intendierte, mit konzipierte Form, aber dennoch im künstlerischen Schaffungsprozess untergeordnete Seite.[1]

Abb. 01: Ursula Drees, Schaubild zur historischen Definition und Abgrenzung der Schöne Kunst zur Natur

Auch wenn der Begriff der Schönen Kunst bereits in der griechischen und römischen Antike durch Platon, Aristoteles, Cicero oder Sokrates behandelt wird, konzentriert sich die Definition der Schönen Kunst im Wesentlichen auf den neuzeitlichen Kunstbegriff des 18. Jahrhunderts, wo es um eine der Vernunft geschuldeten Grundlegung des Ästhetischen ging.

Dennoch sei erwähnt dass Cicero und Dionysos die reine Nachahmung des Natürlichen oder Naturgegebenen um die Dimension der Angleichung an ein Ideal erweitern. Mit diesem Schritt wird eine Unterscheidung von handwerklichem Können und einem schöpferischen Handeln vollzogen. Es geht nicht um ein handwerklich perfektes Abbild des Natürlichen, sondern um das schöpferische Erkennen einer, der denkenden Welt des Künstlers entsprungenen, Wahrheit. Die Trennung von der Welt des Gestaltens, der Artes Mechanicae, des niedrigen Handwerks und der des Denkens, der Artes Liberales wird vollzogen.[2]

Im 18. Jahrhundert (Sturm und Drang) unter Alexander G. Baumgarten (Theorie der Ästhetik), Kant, Goethe, Hegel, Schiller entsteht ein prominentes Schöne Kunstbewusstsein. Der Begriff des „Schönen“ und des „Angenehmen“ wird auf den Prüfstein gelegt. Für Emmanuel Kant ist ein ästhetisches Erleben nicht die Empfindung des Angenehmen. Ebenso wenig ist es auf eine empirische[3] Erkenntnis[4] zu reduzieren.

Kant entwickelt seinen Kunstbegriff weiter. Nicht nur grenzt er Natur, Wissenschaft und Handwerk voneinander ab, er entwickelt eine Unterteilung von mechanischer und ästhetischer Kunst und diese wiederum in eine angenehme und Schöne Kunst.

„Schöne Kunst wird von der Natur, wie Tun (facere) vom Handeln oder Wirken überhaupt (agere), und das Produkt, oder Folge der erstern als Werk (opus) von der letztern als Wirkung (effektus) unterschieden.“[5]

Mechanische Kunst im Kantischen Sinne wird durch die Beherrschung von Regeln, Kenntnissen und Wissen hervorgebracht. Die ästhetische Kunst soll ein Gefühl der Lust hervorbringen. Das allein ist nicht genug, denn die ästhetische Kunst wird erneut in schöne und angenehme Schöne Kunst unterteilt. Die Schöne Kunst ruft einen Erkenntnisgewinn höherer Natur hervor, derweil die angenehme Kunst ein Wohlgefallen, ohne tieferen Erkenntnisgewinn mit sich führt.

Abb. 02: Ursula Drees Schaubild zur Unterscheidung Artes Mechanicae und Artes Liberales

Dazu soll ein Beispiel gegeben werden: Mechanische Kunst kann zum Beispiel das Schreiben von Computercode sein, ein Plakat, eine Architektur oder Vielleicht ein für ein Spiel, Film, Animation oder Film entwickelter Character sein.

Angenehme Kunst kann eine Reproduktion von etwas Naturschönen sein, die Photographie einer Blüte zum Beispiel, vielleicht eine Fotografieeines wunderlichen, sogar vergänlichen Zustand, vielleicht die Dokumentation eine farblichen besondern Beschaffenheit, das Aquarell eines aussergewöhnlichen Naturzustands oder eine Skizze eines Kopfes, eines besonders ausdrucksstarken Moments.

„Schöne Kunst, geschieht dort wo wir die Urteilskraft so in ihrem universellen Anspruch legimitieren können, dass die Erkennbarkeit der empirischen Welt universell gesichert ist.“ [6]

Der Mensch ist sich bei der Betrachtung Schöner Kunst grundsätzlich bewusst, dass das Wahrgenommene Schöne Kunst ist und nicht eine Form der Nachahmung von Natur oder Etwas In Bewegung Gesetztes, sei es mechanisch, analog oder digital, dann ist es ein Mechanismus, Technik. Bei der Betrachtung eines Werkes der Schönen Kunst wird beim Betrachter die Lust am Reflektieren, am Verarbeiten an einer Bewusstwerdung  hervorgerufen. Es findet ein innerer Transfer von dem statt, was der Künstler hervorbringen will. Der Betrachter erkennt nicht nur Etwas sinnlich Angenehmes, sondern weiß um den Grad der Abstraktion und um das exemplarisch Vermittelte, weiß um die Essenz, das Repräsentative, Neuwertige, Besondere des Artefakts.

Bei Schöner Kunst lässt sich der Betrachter nicht subjektiv auf ein Werk ein, auch wenn die Lust und damit das Subjektive die Triebfeder für eine Auseinandersetzung mit dem Artefakt hervor ruft. Das Gesehene darf nicht zu einem bestimmten Zweck hervorgebracht worden sein[7], es steht außerhalb einer direkten Wirkbarkeit, es ist nicht der Angenehmen Kunst zugeordnet. Als Beispiel von direkter Wirkbarkeit sind Artefakte aus dem Design wie Industriedesign, Grafik Design, Architektur, Game Design, Filmdesign usw. zu nennen.

Künstler derweil treten in Freiheit in den Schöpfungsprozess ein. Freiheit wird als ein Zustand angesehen, der nicht triebgesteuert[8] ist, der nicht durch äußere Einflüsse eingegrenzt ist. Es ist eine Geisteshaltung. Sie entspringt der Vernunft. Sie ist auf eine längerfristige Zielsetzung ausgerichtet. Sinnliche Reize und Bedingungen einer augenblicklichen Situation sind nicht relevant und wirken nicht einschränkend.

So eröffnet sich dem Kunstschaffenden der Augenblick schöpferischer Planungen. Hierbei folgt er den Regeln der Natur. Damit ist gemeint, dass Eingrenzungen durch das gewählte Medium, dem Handwerkszeug  wie z.B. bei einer Malerei, der Pinsel, die Leinwand, die Farbe entsprechende Ausdrücke ermöglichen und diese werden in der Kunstschaffung berücksichtigt.

Gleichzeitig handelt der Kunstschaffende mit einer Absicht, er verfolgt eine Intention. Diese Intention wird beim künstlerischen Handeln durch ein inneres Urbild, einer Vision geleitet. Vision ist nicht als eine Halluzination oder einer delirösen Eingebung zu verstehen, es ist ein geistiges Bild. Es ist die Fähigkeit dem Kunstwerk eine übergeordnete Information einzupflanzen. Der Künstler erkennt etwas Grundlegendes und versteht, mit den gewählten handwerklichen und formal ästhetischen Mitteln dieses Besondere auszudrücken. Er gibt sich einem Prozess der fortlaufenden Kritik und Veränderung hin, so lange bis das Kunstwerk für beendet angesehen werden kann.  Es ist kein geistloses Handeln, auch wenn es verbal nicht zwingend zu beschreiben ist. Es ist intrinsisch motiviert, selbstlos und intentional.  Das macht Autorenschaft in der Kunst aus. Vernunft, freiheitliches Handeln und Verantwortung führen zu Autorenschaft. Es ist eine urteilende Handlung, die zu einem Kunstwerk führt.

Handlung soll nicht mit Verhalten verwechselt werden. Auch nicht ein durch Regeln wiederholbares Verhalten nicht mit intentionaler Handlung gleichgesetzt werden.  Wer handelt, kann Gründe dafür anführen, derweil Verhalten durch äußere Einflüsse gesteuert ist.

Historische Stimmen der Künstler zur Schönen Kunst

John Constable (11 June 1776 – 31 March 1837), englischer, romantischer Landschaftsmaler, der erst 1829 im Alter von 52 Jahren in die Royal Academy gewählt wurde und im Anschluss einige öffentliche Vorträge und Vorlesungen für Studierende zum Thema der Geschichte der Landschaftsmalerei hielt, gibt diesem Besonderen der Schönen Kunst folgende Worte:

„…die ganze Schönheit und Größe der Kunst besteht…darin, dass sie sich über alle singulären Formen, lokalen Gebräuche, Besonderheiten jeder Art erheben kann… [Der Maler, die Malerin] macht eine abstrakte Idee ihrer Formen vollkommener als jedes einzelne Original“.[9]

Maler suchen nach der Größe und Schönheit als Gesamtheit. Und das erhebt deren Arbeiten über eine Darstellung von dem Natürlichen. Sie erkennen das Einzelne, das Bestimmte, das Besondere, das wiederum in eine Form gegossen, dennoch nur Stellvertreter für eine Essenz des wahren Wesens ist.

Jacques Riviere, 1886 geboren und 1925 verstorben, Schriftsteller und Kunstkritiker versucht das Wesen der Kunst, in diesem Fall ebenso der Malerei, wie folgt zu erfassen:

The true purpose of painting is to represent objects as they really are, that is to say differently from the way we see them. It tends always to give us their sensible essence, their presence, this is why the image it forms does not resemble their appearance…“ , because the appearance changes from moment to moment.[10] (Reviere, 1992)

Der wahre Zweck der Malerei ist es, die Gegenstände so darzustellen, wie sie wirklich sind, das heißt anders, als wir sie sehen. Sie neigt dazu, uns immer ihr vernünftiges Wesen, ihre Gegenwart zu geben, deshalb ähnelt das Bild, das sie bildet, nicht ihrer Erscheinung…„, denn die Erscheinung ändert sich von Augenblick zu Augenblick.

Schöne Kunst ist die Fähigkeit eine Essenz, das Wesentliche einer Sache, einer Zeit, einer Phase zu begreifen und festzuhalten. Künstler sehen sich in der Lage, mit analytischer Neutralität auf das Leben zu blicken. Sie geben sich wertfrei einer Betrachtung hin. Das wird zum Beispiel in der Malerei, Zeichnung, Bildhauerei durch den Wunsch der Erfassung von Form, Farbe und Umraum begründet.  Zeit, Muße, Können, Fähigkeit, Abstraktionspotential und ein durch Gestaltungswille vollzogenes Aufladen mit Bedeutung stehen dem vor. Es entspringt einer Lust und Fähigkeit der Freiheit zum Erschaffen, was wiederum einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt.

Dazu Henry Matisse in den Notes d’un peinture. In diesem Text, der am 25. Dezember 1908 in La Grande Revue veröffentlicht wurde, antwortet Matisse auf die Kritik an seinen Gemälden, die er im Herbstsalon 1905 ausstellte. Die Lektüre beleuchtet die Persönlichkeit und das Werk des Künstlers aus einem neuen Blickwinkel. Das Buch ist Teil einer vom Centre Pompidou herausgegebenen Reihe Écrits, einer Sammlung, die für das Verständnis der größten Namen der modernen und zeitgenössischen Schöne Kunst unerlässlich ist:

Underlying this succession of moments which constitutes the superficial existence of things and beings, and which is continually modifying and transforming them, one can search for a truer, more essential character, which the artist will seize so that he may give to reality a more lasting interpretation[11]

Unter dieser Abfolge von Momenten, die das oberflächliche Dasein der Dinge und der Wesen ausmacht und die sie ständig verändert und umwandelt, kann man nach einem wahreren, wesentlicheren Charakter suchen, den der Künstler erfassen wird, um der Wirklichkeit eine dauerhaftere Interpretation zu geben.

Der Blick des Künstlers oder der Künstlerin schweift über Phänomene, über das Sichtbare in dieser Welt und erkennt einen tiefer liegenden Grund, eine verschlüsselte oder verdeckte Bedeutung, die er/sie an die Oberfläche spült, abbildet und vermittelbar macht. Wirklichkeit wird erkannt und das Besondere dieser Wirklichkeit wird in etwas Dauerhaftes verwandelt und konserviert.

Es scheint etwas nicht Greifbares bei der Erschaffung der Schönen Kunst zu geben. In diesem Zusammenhang wird immer wieder von einem „Schaffensrausch“ gelesen, in den beispielweise Vincent van Gogh verfallen konnte, der seine Kunstwerke in einer Art „geistiger Entrückung“ schuf. Immanuel Kant führt dafür den Begriff des Genies ein, um einerseits die Regelhaftigkeit der Kunsterstellung und andrerseits das „Sich darüber hinwegsetzen“ und die Erschaffung eines Übergeordneten zu erklären. Das von ihm postulierte „Genie“

ist das Talent (Naturgabe), welches der Schöne Kunst die Regel gibt. Das Talent, als angeborenes, produktives Vermögen des Künstlers, selbst zur Natur dazugehört, so könnt man sich auch so ausdrücken: Genie ist die angeborene Gemütslage (ingenium), durch welche die Natur der Schöne Kunst die Regel gibt.“[12]

Der Künstler verfügt über eine natürliche Gabe, über ein Talent, das seinem Werk zu einem besonderen Ausdruck verhilft. Dieses Talent bezieht sich nicht auf eine gelernte Expertise, auf eine tief durchdrungene, handwerkliche Fähigkeit, sondern bezieht sich vielmehr auf den Wunsch des Künstlers, etwas zu erschaffen, abzubilden, zu vermitteln, was unterhalb der Welt des Sichtbaren, des Offensichtlichen liegt. Es ist der Wunsch und das Können ein Prinzip, eine besondere Wahrheit durch ein Exempel zu statuieren. Und dieses Exempel wird mit Hilfe genau jenes kunstvollen Handwerks, die sich der jeweilige Künstler zu Eigen gemacht hat, vermittelt. Es kann Malerei, Bildhauerei, Installation, Musik, darstellende Kunst sein, es ist immer ein Werk, dass etwas Unerklärbares in sich trägt. Dies ermöglicht, dass es nicht durch Begrifflichkeiten erfasst wird, sondern sich durch einen inneren Prozess der Wahrnehmung und der Bewusstwerdung entfaltet. Es wird nicht prädikativ, sondern wahrnehmend erfasst. Immanuel Kant konstituiert vier Charakteristika, um das Besondere des Erschaffens von Schöner Kunst zu beschreiben:

„Originalität: Genialität umfasst Originalität, d.i. das Talent, über die vorgegebenen Regeln der Kunstschulen und -richtungen hinaus, aber unter der Berücksichtigung der Regeln des Natürlichen, eigene Regeln in den Prozess der Erschaffung Schöner Kunst einfließen zu lassen.

Exemplarität: Originalität ist noch keine hinreichende Bedingung für Genialität. Genialität umfasst zudem das Talent, das Richtmaß und Regel der Beurteilung Schöner Kunst zugleich exemplarisch zu sein, was das Vermögen bezeichnet, anderen als Muster zu dienen, ohne selbst Nachahmung zu entspringen.

Unerklärbarkeit: Das Schöne Kunst schaffende Genie kann sich selbst weder beschreiben noch wissenschaftlich nachvollziehen und darüber hinaus, auch das von ihm Geschaffene nicht begrifflich erklären, sofern diese Erklärbarkeit über die Grenzen des ästhetischen Geschmacksurteils hinausreichen soll. Diese Unbeschreibbarkeit bzw. Unerklärbarkeit gilt auch für die Perspektive der dritten Person. Deswegen ist die Natur im Künstler nicht dasjenige, was durch begriffliche Bestimmung, etwas neurowissenschaftlich angezeigt werden kann.

Naturbezug: Das Schöne Kunst schaffende Genie bleibt trotz seiner individuellen Regelhaftigkeit in einem dialektischen Prozess den Regeln der Natur verpflichtet: Der schöpferische Impuls zur Erschaffung Schöner Kunst verortet sich im Genie und bleibt in den Bedingungen seiner Möglichkeiten dennoch natürlichen Ursprungs. Das Genie gibt es nur in der Schönen Kunst, nicht in der Wissenschaft oder dem Handwerk und in der Schöne Kunst eben nur dann, „insofern […]  [sie] auch Schöne Kunst sein soll.“[13]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Freie Kunst also die Artes Liberales in eine angenehme und eine Schöne Kunst aufteilt. Die Angenehme Kunst lässt das Subjekt auf sinnliche Art ein Artefakt als angenehm erkennen, aber es entbehrt einen Anspruch auf das Übergeordnete. Diese angenehme Kunst verfügt über keine Metaaussage, die sich einer sofortigen Erklärbarkeit entzieht. Angenehme Kunst findet sich gerne im Wohnzimmer. Es sind Kunstwerke, die lustvolle Zufriedenheit beim Prozess des Betrachtens hervorrufen. Trotzdem sind die Motive selbsterklärend. Das was gezeigt wird ist das was gesagt sein will. Es kann eine besonere Blume, oder eine schöne Komposition von etwas Naturschönem sein. Aber es enthält keine tiefere Aussage.

Das jedoch erfüllt die Schöne Kunst. Schöne Kunst ist nicht nur Original, sondern auch exemplarisch, sie ist das Richtmaß, um neue künstlerische Ausdrucksformen zu initiieren.

Jede Schöne Kunst wird gelernt, und dieses Gelernte findet durch Nachahmung statt. Der Künstler, das Genie, löst sich von Nachahmung, ohne das Natürliche zu verlassen und erschafft Etwas, dem etwas Unerklärbares inne liegt. Es lässt sich nicht verbalisieren, weder vom Künstler, noch von den Betrachtenden. Es ist vorhanden und initiiert einen Reflexionsprozess. Es ist weder ausschließlich Handwerk, noch ist es Wissenschaft. In dieser historischen Position schließen sich das Handwerk, das Mechanische, und das Technische aus. Damit ist gleichzeitig zu erklären, warum manche Kunstwerke, die der Schönen Kunst zugeordnet werden, in keinster Weise vom Publikum als solches, als Schön angesehen werden. Das mag sehr viel später erkannt werden. So zum Beispiel litten die Impressionisten, die Kubisten, die Expressionisten sehr lange unter dem Vorwurf des Publikums, Hässlichkeiten hervorzubringen. Etwas zu zeigen, das unerklärlich und auch nicht gewollt ist.  Eine Vielzahl von künstlerischen Werken werden anfangs einem solchen Urteil unterzogen. Joseph Beuys Werk verschlisst sich weiterhin vielen Besuchern, Anselm Kiefers großformatige Werke aus Blei werden ebenso eher verurteilt als geliebt. Viele Arten der modernen klassischen Kunst aus den verschiedenen Epochen werden nicht begriffen. DADA, OP Art Künstler, abstrakte Kunst wie von Jackson Pollock z.B.  wird immer noch als sinnlose Farbkleckse verschrien. Die Liste ist endlos.

Nachdem die Schöne Kunst und seine besondere Beschaffenheit im Sinne einer historischen, klassischen Form dargelegt wurde, ist es sinnvoll, die Kunst im Sinne des Gesetzes zu betrachten. Danach wird der Begriff der Künstlichen Intelligenz geklärt. Künstliche Intelligenz beinhaltet das Wort Intelligenz und es erscheint vielleicht nahe liegend, sich dem von einer definitorischen Seite zu nähern. Davon wird in diesem Beitrag jedoch abgesehen. Denn das führt in ein anderes Forschungsfeld und ein umfassender Exkurs in die Disziplin der Psychologie und der Erkenntnistheorie wäre notwendig. Das Format dieses Aufsatzes gibt einen solchen Schritt nicht her. Deshalb beschränkt sich dieser Essay auf eine Definition der Künstlichen Intelligenz.

Schöne Kunstdefinition im Rahmen des Deutschen Grundgesetzes.

Die Schöne Kunst ist Gegenstand der deutschen Rechtsprechung, wenn es um Urheberrecht, Autorenschaft oder Originalität geht. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kunstwerken verlangt nach einer juristischen Klärung, was unter Schöner Kunst im Sinne der Rechtsprechung zu verstehen ist. Die Verankerung im Grundgesetz zeigt den Wichtigkeitsgrad in unserer Kultur, denn mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde im Grundgesetz Art. 5, Abs. 3, Satz 1 die Bedeutungshöhe der Schöne Kunst verankert: Schöne Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.[14]  Damit gehört die Kunstfreiheit zu den Grundrechten, die jedem Bürger zusteht. [15]  Die Kunstfreiheit gem. Art. 5 Abs. 3 GG ist ein Jedermannsgrundrecht. Das Gesetz schützt die Freiheit von Wissenschaft und Kunst.

Demnach ist die Kunstfreiheit (Art. 5 GG) weit auszulegen. Und das erfordert eine konkrete Bestimmung des Kunstbegriffs. Es werden hierzu drei unterschiedliche Kunstbegriffe nebeneinander angewendet: der formelle, der materielle und der offene Kunstbegriff.

Der formelle Kunstbegriff: 

Der formelle Kunstbegriff orientiert sich an den Gattungen des Artefakts und definiert, dass dieser Tatbestand vorliegt, „wenn das Werk Strukturmerkmale aufweist, aufgrund derer es einem bestimmten Werktyp (z.B. Malerei, Bildhauerei, Dichtung, Parodie, Karikatur, Theaterspiel usw.) zugeordnet werden kann.“[16]

Hier wird über das Ergebnis der künstlerischen Arbeit eine Einordnung vorgenommen. Es drückt sich aus indem über Material, Format, Genre etc. einem Werktypus formale Beschaffenheiten festgestellt werden. Hiernach ist lediglich maßgeblich, ob das betroffene Werk einem traditionellen Werktypus, wie beispielsweise Malerei, Bildhauerei oder Dicht-Kunst etc., zugeordnet werden kann. [17]

Der materielle Kunstbegriff:

Diese Einteilung wird durch den materiellen Kunstbegriff erweitert, der wie folgt lautet:

„Das Wesentliche der künstlerischen Betätigung ist die freie schöpferische Gestaltung, in der Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden. Alle künstlerische Tätigkeit ist ein Ineinander von bewußten und unbewußten Vorgängen, die rational nicht aufzulösen sind. Beim künstlerischen Schaffen wirken Intuition, Phantasie und Kunstverstand zusammen; es ist primär nicht Mitteilung, sondern Ausdruck und zwar unmittelbarster Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Künstlers.“[18]

Diese Beschreibung deckt sich im Wesentlichen mit dem historischen Kunstbegriff, wie im Kapitel 1 näher dargestellt. Bei dem zu bewertenden Werk muss es sich nach dem materialen Kunstbegriff um freie schöpferische Gestaltung handeln, in der Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden. Es handelt sich um eine freie schöpferische Gestaltung, durch die Sinneseindrücke nach außen getragen werden.[19]

Der offene Kunstbegriff:

Der offene Kunstbegriff begreift das kennzeichnende Merkmal einer künstlerischen Äußerung darin, 

„dass es wegen der Mannigfaltigkeit ihres Aussagegehalts möglich ist, der Darstellung im Wege einer fortgesetzten Interpretation immer weiter reichende Bedeutung zu entnehmen, so dass sich eine praktisch unerschöpfliche, vielstufige Informationsermittlung ergibt“ .[20]

Kunst muss die Möglichkeit geben, der künstlerischen Äußerung mit einer fortgesetzten Interpretation immer weiter reichende Bedeutung zu entnehmen. Das Werk ist demnach interpretationsfähig und -bedürftig, sowie verschiedenen Interpretationen zugänglich.[21]

Damit wurde vom Gesetzgeber nicht nur ein Bereich definiert unter dem Kunst zusammen gefasst werden kann, er hat auch hervorgehoben, dass ein Kunstwerk einen persönlichen Schöpfer benötigt, und dass das Werk ein Akt geistiger Natur sein muss. Unter geistiger Natur wird die Schöpfungshöhe[22] eines Kunstwerks verstanden und dies gilt als Unterscheidungsmerkmal von Kunst und Handwerk. Dieser Umstand wird vom Gesetzesgeber im Urheberrecht festgelegt. Was unter Handwerk zu verstehen ist, definiert das Berliner Landgericht in einem Urteil vom 6. Mai 1986 indem eine handwerkliche Leistung als :

„die jedermann mit durchschnittlichen Fähigkeiten ebenso zustande brächte, mag sie auch auf anerkennenswertem Fleiß und auf solidem Können beruhen.“[23]

Die Festsetzung betont Fleiß und solides Können, aber nicht eine freie Autorenschaft. Hier findet sich keine schöpferische Idee oder Leistung, das zu folgender Interpretation auffordert oder andere Generationen von Künstlern zu einer Nachahmung zum Zweck von Wissensanreicherung inspiriert. Daraus resultiert, dass ein handwerklich erzeugtes Werk keine Kunst ist. [24]

Dem nicht genug, wird im §2 Geschützte Werke, Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) erklärt welche Werkformen geschützt werden.

(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Schöne Kunst gehören insbesondere:

  1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;
  2. Werke der Musik;
  3. pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanz-Kunst;
  4. Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Bau-Kunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;
  5. Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
  6. Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;
  7. Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.

(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.[25]

Der Gesetzgeber schreibt nicht nur den Bereich für Künste vor, er betont, dass es einen persönlichen Schöpfer benötigt.

Diese Einschätzung stimmt mit der Kantischen Definition, die Kunst und Handwerk trennt, überein. In Bezug auf KI kann deshalb festgestellt werden, das KI zum Handwerk gehört, denn weder liegt von Seiten der KI eine Fähigkeit zu freier geistiger Schöpfung vor, noch mangelt es den Werken an Schöpfungshöhe.

Wie jedoch lässt sich eine Schöpfungshöhe bestimmen?

Gerne wird in seinem solchen Zusammenhang Marcel Duchamp zitiert: „Das Kunstwerk entsteht im Auge des Betrachters“. Es stellt eine Abwandlung von „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ des Griechen Thukydides (ca. 454 v. Chr. bis ca. 396 v. Chr.) dar.[26]

Wenn bei der alltäglichen Kunstbetrachtung zu einem Artefakt keine Einigung bezüglich der Schöpfungshöhe gefunden wird, kommt es oft zu einem Verweis auf dieses Sprichwort, welchem einem Laien ein Recht auf Kunstbewertung geben soll. Der ungeschulte Kunstbetrachtende wünscht zu erklären, warum seine Fähigkeiten und Mittel ausreichen, um Schöne Kunst zu beurteilen. Aber Umgebungseinflüsse wie Kultur, Trends, Stile, Überzeugungen, Erfahrungen und Politik prägen die Einschätzungsfähigkeit des Rezipienten und schränken eine unabhängige Meinungsfähigkeit ein. Dadurch wird die Interpretation subjektiv, was zu Verfehlungen führt. Denn wer behauptet, das Kunstwerk entstünde im Auge des Betrachters und damit meint, dass jeder Rezipient, egal woher und wie gebildet, eine valide Aussage zu einem Kunstwerk treffen kann, ist unrichtig. Die Kunst ist ein Sujet, das durch ein Studium erlernt wird. Die Anwendung, Einordnung und Analyse mit Hilfe des kulturhistorischen, kunstgeschichtlichen und gestaltungswissenschaftlichen Wissens stellt die Voraussetzung für eine Bewertung dar. 

Marcel Duchamp wollte daher mitnichten diese Information verbreiten, als er „Das Kunstwerk entsteht im Auge des Betrachters“ konstituierte. Vielmehr sprach er von einer Geschlossenheit eines Kunstwerks, die manchmal wie eine Verschlossenheit, wenn nicht sogar Verschlüsselung rezipiert wird. Die Sprache der Schönen Kunst ist fremd und schwer lesbar, sie wird wahrnehmend realisiert, nicht prädikativ. Marcel Duchamp meinte, dass es sich im Auge des Betrachters entfaltet. Aber diese Entfaltung bedeutet nicht das reine Aufschlagen der Augen, Erkenntnis und Einsicht mit sich bringt. Diese Qualitäten werden durch aktive Teilhabe, durch Wahrnehmen entwickelt. Das wiederum ist nicht durch den optischen Reiz im Auge erreichbar. Um eine Expertise zu erlangen, müssen Gestaltungsprinzipien, neben Sachkenntnis zu Handwerk, Entstehung, Material, Zeitalter, Künstler bekannt sein. Dann erst findet eine Verarbeitung statt, ein Verbinden der kausalen Zusammenhänge, eine Einordnung in ein Kunstgeschehen, was letztendlich zur Kunstentfaltung im Auge des Betrachters führt.

Wer kann die Schöpfungshöhe eines Werks feststellen? Auch hier verankert der Gesetzesgeber im Urheberrecht die Klausel, dass die Einstufung eines Werkes als Kunstwerk mit erforderlicher Schöpfungshöhe dann gegeben ist, wenn fachkundige Rezipienten dem Werk diese erforderliche Schöpfungshöhe zusprechen.

„Die erforderliche Schöpfungshöhe ist bei Werken erreicht, die es nach Auffassung der für Kunst empfänglichen und mit Kunstanschauungen einigermaßen vertrauten Kreise rechtfertigen, von einer künstlerischen Leistung zu sprechen.“[27]

Ungeachtet dieser Einschätzung und unabhängig von der Ausgestaltung eines Werkes, erkennt der Gesetzgeber, dass ein Werk nur dann zum Kunstwerk wird, wenn es der freien Autorschaft seines Schöpfers zugerechnet werden kann. Kunstfälschungen gelten als Strafdelikt, daher ist eine Differenzierung angezeigt. Eine Fälschung ist eine genaue Imitation oder Werke, die sich in nachvollziehbarer unnachahmlicher Weise des Stil und oder der Form eines Künstlers bedienen.

Bei einem künstlerischen Werk muss es sich um eine persönliche geistige Schöpfung handeln. Sollte dies nicht der Fall sein, fehlen die Voraussetzungen um im Sinne des Urheberrechts ein Werk entsprechend zu klassifizieren und damit das angemessene Recht zu bestimmen. Es muss von Menschenhand erschaffen sein. Wenn es ein Ausdruck eines technische Automatismus ist, kann keine Urheberschaft ermittelt werden. Der Grad der Authentizität, Einzigartigkeit und Kreativität verweist auf die Schöpfungshöhe eines Werks. Es muss einen merklichen Eindruck von Originalität und/oder Ästhetik vermitteln.

Fehlt diese freie Autorschaft, §2 Abs. 2, UrhG, die „persönliche[n] geistige[n] Schöpfungen“, dann ist keine Voraussetzung für Schöne Kunst zu erkennen. Es fehlt der Schöpfer, der Autor. Eine KI kann keine individuelle Schöpfungskraft im Sinn der aktuell geltenden juristischen Aspekte nachweisen. Sie kann nicht aus sich heraus Kunstwerke schaffen. Allerdings ist KI in der Lage, Kopien und Kunstfälschungen zu produzieren.[28]

Diese Definition für basiert auf dem Kantschen Begriff der Künste. Auch hier wird eine Trennung zwischen Artes Mechanicae und Artes Liberales vorgenommen.

Nicht nur Natur, Wissenschaft und Handwerk werden voneinander abgegrenzt, sondern es kommt zusätzlich zu einer Unterteilung von mechanischer und Freier Kunst hinzu. Diese wiederum in eine angenehme und Schöne Kunst zu teilen.

Und hiermit lassen sich prinzipiell folgende Kennzeichen der Schönen Kunst finden und sie dadurch bestimmungsfähig machen.

Jeder Kunstschaffende, der nicht nur angenehme Kunst verfolgt, sondern sich aufmacht, Schöne Kunst zu kreieren, handelt mit einer Absicht, handelt intentional. Eine innere Vision, ein Urbild leitet den Künstler an und bringt ihn zu einer künstlerischen freiheitlichen Handlung. Dem Kunstwerk soll eine übergeordnete Information eingepflanzt werden, es soll keine Eintagsfliege sein, sondern noch über die Lebzeiten des Künstlers eine Aussagekraft beinhalten. Es ist kein geistloses Handeln. Das definiert die Schöne Kunst.

Und damit wird auch ein Verweis gegeben, warum im Volksmund die Freie Kunst als brotlose Kunst bezeichent wird. Sie steht ausserhalb jeglicher Wirksamkeit. Nur wenige Künster*innen vermögen sich mit ihrem brotlosen Beruf zu ernähren. Derweil die mechanischen Künste, selbst die angenehmen Künste in der Regel sehr wohl mit ihrem Beruf Geld verdienen können. Denn die Artes Mechanikae sind an eine direkte Wirksamkeit gebunden. Ein Vomputer Code wird geschrieben, um etwas Bestimmtes zu bewegen, zu imitieren, zu erzielen. Manchmal bewegen sich diese Entwicklungen in einem Forschungszustand und ein klar umrissenes Produkt schält sich erst nach einer Weile heraus, aber es soll bemerkt werden, dass dies der Fall sein wird. So ist es bei allen mechanischen Künsten.

Bei der angenehmen Kunst lässt sich auf Trends setzen. Das Angenehme lässt sich besser in Geld umwandeln, als die schöne Kunst, die in fast allen Fällen erst einmal nicht als schön, sondern vorherrschend als provokativ oder sogar als hässlich, unverständlich und abartig bezeichnet wird. Und damit lässt sich kein Geld verdienen.

Aus dieser Sicht heraus, gibt es keine Computer Künstler. Sie sind Computer Forschende wenn ihren Produkten noch keine klare Wirkungen zugesprochen werden kann. Genauso wenig sind Architekten, Grafik Designer, Character Designer etc. Künstler der schönen Künste. Sie sind vielmehr in einem handwerklich künstlerischen Genre tätig. Sie schaffen Werke die immer eine bestimmten Sache zugeordnet werden. Das Poster, um zu werben, die Illustration, um zu beschreiben, der Charakter um ein Spiel, einen Film, eine Animation zu beleben usw. Diese Produkte müssen eine bestimmte Sache klar und deutlich kommunizieren. Sie müssen funktionieren. Sie basieren auf einem künstlerischen Handwerk.

Beitrag von Ursula Drees


[1] (Betzler, 1998)

[2] Ebd.

[3] (Thomas Oehl, 2018) „Empirische Erkenntnis als absolute Erkenntnis: Ein Urteil, dass dies und das der Fall ist, ist der Akt eines Subjekts. Doch Urteile sind objektiv: Ob es richtig ist, so und so zu urteilen, hängt davon ab – es hängt allein  davon  ab  –,  was  geurteilt  wird;  es  ist  unabhängig  von  Bestimmungen  desjenigen, der urteilt. Wenn wir das, was einer urteilt, den Gegenstand seines Urteils  nennen,  können  wir  sagen:  ein  Urteil  ist  objektiv,  weil  seine  Geltung  allein von seinem Gegenstand abhängt. Dies, seine Objektivität, definiert das Urteil und unterscheidet es vom sinnlichen Bewusstsein. Ein  Urteil  ist  objektiv,  weil  seine  Geltung  nur  von  dem  abhängt,  was  es  urteilt,  und  nicht  von  irgendwelchen  Bestimmungen  desjenigen,  der  urteilt.  Das  scheint  zu  implizieren,  dass  ein  Urteil  objektiv  ist,  insofern  sein  Subjekt  nicht  in  seinem  Gegenstand  vorkommt.  Genauer:  insofern  es  dort  nicht  als sein  Subjekt  vorkommt.  Ein  Subjekt  mag  über  sich  selbst  urteilen;  es  mag  der Gegenstand  seines  Urteils  sein.  Aber  insofern  sein  Urteil  objektiv  ist,  ist  es der Gegenstand seines Urteils nicht als derjenige, der dieses Urteil fällt. Ein Urteil, indem es objektiv ist, handelt von etwas anderem als sich selbst.Wenn  das  richtig  ist,  dann  ist  ein  Urteil,  insofern  es  objektiv  ist,  in  be­stimmter Weise gegliedert: Was geurteilt wird, ist von dem Akt, in dem es ge­urteilt  wird,  unterschieden,  die  Kraft  vom  Inhalt,  wie  Frege  es  formuliert.  In  moderner  Terminologie  ist  ein  Urteil  eine  propositionale  Einstellung:  Es  gibt  die  Proposition,  den  Gegenstand  des  Urteils,  und  es  gibt  die  Einstellung  des  Subjektes zu diesem Gegenstand, in der es ihn etwa bejaht.Die erste PersonUrteile  sind  objektiv:  Ihre  Geltung  hängt  nicht  von  irgendwelchen  Bestim­mungen derjenigen ab, die urteilt. Daraus scheint zu folgen, dass der Akt des Urteilens  unterschieden  ist  von  dem,  was  geurteilt  wird;  dem,  was  geurteilt  wird, ist es nicht wesentlich, dass es geurteilt wird.“

[4] Ebd.

[5] (Winter, 2022)

[6] (Winter, 2022)

[7] Zu einen bestimmten Zweck hervorgebrachte Artefakte werden dem Design zugeordnet.

[8] Triebsteuerung ist z.B. die Notwendigkeit des Geldverdienens oder der Wissensaneignung zur Erlangung eines Titels. Es ist eine extrinsisch motivierte Tätigkeit.

[9] (Zeki, 2005)

[10] (Reviere, 1992)

[11] (Matisse, 1978)

[12] (Winter, 2022)

[13] (Winter, 2022)

[14] (Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, 1949; Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) § 2 Geschützte Werke, 2003)

[15] Vgl. (Winter, 2022) (Pieroth & Schlink, 2005)

[16] (Pieroth & Schlink, 2005)

[17] (Zur Tragweite der Gewährleistung der Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG) für die strafrechtliche Beurteilung eines politischen Straßentheaters., 1984).

[18] (Pieroth & Schlink, 2005)

[19] (Jähne & Georgi, 2022)

[20] (Nida-Rümelin & Weidenfeld, 2018)

[21] (Jähne & Georgi, 2022)

[22] Als Schöpfungshöhe auch: Gestaltungshöhe, Leistungshöhe wird im Urheberrecht das Maß an Individualität persönlicher geistiger Schöpfung in einem Produkt geistiger Arbeit bezeichnet.

[23] (Die Definition von bekannten Grafikelementen in Bildpunktfelder („BTX-Grafik“) ist regelmäßig keine schutzfähige Leistung, sondern als rein handwerkliches Schaffen anzusehen., 1986)

[24] (Winter, 2022)

[25] (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) § 2 Geschützte Werke, 2003).

[26] (Sauter, 2016)

[27] (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) § 2 Geschützte Werke, 2003).

[28] (Winter, 2022)

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