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Ars Electronica_Radical Atoms: Inferno von Louis-Philippe Demers, Bill Vorn (CA)

Honorary Mention Interactive Art

In der Kulturgeschichte tauchen zahlreiche Darstellungen von Höllen, Dämonen und Bestrafungen auf. Ausgehend von diesen Höllenvorstellungen ist Inferno wie ein Ritual zu verstehen – als Modell der unendlichen Automation und Unterwerfung unter die Maschine. Es steht für unsere Angst vor dieser Singularität.

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In dem Projekt werden aus dem Publikum Mitwirkende akquiriert. Sie nehmen an der Performance teil und machen dabei eine eindringliche Erfahrung: Sie schlüpfen in die Rolle eines Roboters und sind in ihm gefangen. Für die Dauer dieser unmittelbaren, körperlichen Erfahrung wird man  zum Cyborg (Mensch-Maschine-Mischwesen).

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Die Besucher werden in die Roboter Vorrichtung eingefügt, fest angeschnallt. Sie stehen in einer Formation vor dem Publikum, Das Licht ist dunkel, die Musik beginnt, die Roboter bewegen den Menschen. Der zuckt zusammen, ist erstaunt, er verliert sich Autonomie.

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Die Roboter geführten Menschen geben sich Mühe. Versteinerte Gesichter, ungläubiges Lächeln, sie versuchen den Bewegungen vorzugreifen, versuchen die Muskulatur zu lockern, den Roboterbewegungen keinen muskulären Widerstand zu leisten. Sich nicht verletzten. Die Roboterarme sind mit Lichtern aller Art versehen. Die leuchten und zappeln. Mal in Blau, mal mit Stroposkoplicht wird die Bühne beleuchtet. Die Musik schallt mit tiefen Bässen durch den Raum, erfasst den Körper. Zieht ihn mit, die Performer bewegen ihre Füsse, die sind nicht dem Roboter unterlegen.

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Wenn die Show vorbei ist, werden die Besucher wieder zu Besuchern. Sie werden aus der Vorrichtung herausgeschält. Meine Frage nach dem Genuss beantwortet eine Performern mit Unsicherheit und Furcht vor Kontrollverlust. Sie ist erschüttert und froh, dass es vorbei ist.

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