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Category Archives: Film

la chute von Boris Labbé

Fotografie von MvT

Dantes Göttliche Komödie wurde im Jahr 1307 begonnen und aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 1321 fertig gestellt. Die Divina Commedia, das bedeutendste Werk der Dichtung in der italienischen Literatur, geschrieben von Dante Aligheri. Es wird als Weltliteratur angesehen und beschreibt jenseitige Reiche von der Hölle, dem Inferno, zum Sündenpfuhl, Fegefeuer bis hin zum irdischen Paradies und dem Garten Eden.

Durch diese verschiedenen Gebiete leitet ein Führer. Zum Beispiel ist der römische Dichter Vergil jener, der durch die Hölle führt. Der Dichter Statius geleitet durch den Bußbereich der Geizigen. Vergil führt zum jüngsten Gericht. Es endet am Baum der Erkenntnis und am Brunnen der Läuterung.

Dante Aligheri´s Werk ist schon seit Menschengedenken ein Werk der bildenden Kunst. Es ist voller Bilder, innerer und äußerer, es ist poetisch und opulent. Und metaphorisch. Diese Poesie ermöglicht bildenden Künstlern Interpretationen.

Fotografie von MvT

So ließ sich auch der junge Grafik- und Animationskünstler Boris Labbé von diesem Werk verzaubern und inspirieren.  Er löst sich von einer sturen Übersetzung  und findet seine eigene Göttliche Komödie.

Dafür legt er unzählige Zeichnungen mit Papier, indischer Tusche und Wasserfarbe an, überträgt sie ins digitale, invertiert und erstellt einen Stop Motion Movie. Ungefähr 3500 originale Zeichnungen mit dem Format 30 × 42 cm entstehen. Der Kurzfilm selbst in 2K-Auflösung, mit 24 f/s und 5.1 surround Sound dauert 14:22 min. Für die Musik ist Daniel Ghisi verantwortlich. Bei einem gemeinsamen Künstleraufenthalt lernten sie sich vor einigen Jahren kennen. Die Freundschaft mündet in diese kreative Zusammenarbeit.

Fotografie von MvT

Der Künstler Boris Labbé setzt sich intensiv mit Farben auseinander. Seine Aquarellzeichnungen werden durch wenige Farbtupfer akzentuiert und der Blick, das Auge reagiert. Die transparente, leichte Wassertechnik des Aquarellierens in eher schwarz-weiß gewinnt durch diese Farbtupfer. Die Bilder mit ihren leicht verlaufenen Farben assoziieren Unschärfe. Die Farbtupfer vermischen sich mit dem Wasser, bluten vielleicht noch ein wenig nach, ziehen an den Fasern des Papiers entlang.  Der Anblick vom Fegefeuer erscheint nicht nur rot, sondern ein wenig blutig. Für alle Szenen wird mit dieser Sensibilität farblich umgegangen und es entsteht eine weitere anspruchsvolle Interpretation von Dante Aligheri’s Göttliche Komödie.

Gesehen im ÖK, anlässlich der Ars Electronica und der Vergabe des Prix Ars Electronica, der goldenen Nica. Diese Animation erhielt eine Auszeichnung.

 

Fotografie von MvT
Beitrag von Margarete von Trifft (MvT)

Gastautorin Dr. Margarete von Trifft  studierte Soziologie und Kunstgeschichte, später freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin und promovierte in den Bildwissenschaften. Es ging um die Virtualität der bildlichen Ausdrucksformen, des flüchtigen Bildes. Professor Ursula Drees lud sie ein, auf der Ars Electronica in Linz für den MediaArtBlog plusinsight zu schreiben.

Die Photographien wurden von der Leinwand im OK, Linz anlässlich der Ars Electronica mit einem Handy von Margarete von Trifft aufgenommen. 

Wer ein bisschen mehr erfahren will, der sollte dieses Interview anschauen.

 

CA „489 Years“ von HAYOUN KWON, Frankreich

Die Multimedia Künstlerin und Dokumentarfilmerin Haroun Kwon aus Südkorea wurde 1981 geboren. HAYOUN KWON graduierte von Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains in 2011. Sie arbeitet und lebt in Frankreich und in Südkorea.

Das ist nicht ihr erster Film. 2011 stelle sie Lack of Evidence vor und 2014 vervollständigte sie den nächsten Film mit dem Titel Modul Village. Beide wurden auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt und auch einige Male prämiert. Die Künstlerin reflektiert über Identität und Grenzen. Sie konzentriert sich vor allen Dingen auf die Konstruktion der historischen und individuellen Erinnerungen und die ambivalenten Verhältnisse zu Realität und Fiktion. 498 Years wurde 2016 fertig gestellt. Es ist eine Computer animierte Geschichte eines südkoreanischen Soldaten, der an der Landesgrenze patrouilliert. Diese Grenze ist die entmilitarisierte Zone zwischen Süd- und Nordkorea. Wie alle entmilitarisierten Grenzstreifen werden sie mit Minen und anderen militärischen Gerät versehen. In 489 Years erzählt der Soldat in ruhiger Stimme von seinen Erfahrungen… wenn er in der Nacht in diese Zone geschickt wurde. Wenn es dunkel wird hinter dem Tor. Über die Gefahren. Man geht zu zweit. Eng zusammen, tief konzentriert. Minen liegen überall, sind bereits durch Pflanzenbewuchs getarnt, man sieht sie nicht.   Über Dunkelheit, über das wenige Licht und die einzigartige Stimmung. Dass er Erfahrung gemacht hat mit Explosionen, dass andere Soldaten schwer verletzt ins Lager gekommen sind und von seiner tiefen Angst.

Aber auch von der unberührten Natur. Denn nur in dieser Zone gedeihen die Pflanzen wie sie wollen. Es ist allerlei Getier unterwegs. Viele sind verletzt, mit Explosionswunden, hinkend, humpelnd, invalide, sie treten auf Minen oder werden Opfer innerhalb eines Explosionsradius. Wie viele Tiere sterben weiss niemand. Die verwundenden Tiere sind lebende Zeugen des Grenzstreifens.

 

Davon spricht der Soldat. Gleichzeitig werden entrückte Bilder gezeigt.  An einer einzigen Patrouille verliert er seinen Partner. Mit einem Mal ist er allein. Er betrachtet den Himmel. Er betrachtet die Erde. Er weiß nicht, wo er ist. Alles ist gefährlich. Alles ist dunkel. Er hört einen Ton. Ein Surren vielleicht? Kein Tier kann solche Geräusche hervorrufen. Er hockt sich und ist bewegungslos, schaut sich um und erkennt eine Mine in unmittelbarer Nähe. Sie von einer Pflanze überwachsen. Nicht ganz, gerade so viel, dass er sie noch identifizieren kann. Seine Angst wächst. Er vermutet dass die Mine aktiviert ist. Wird sie explodieren? Oder nicht? Wird der Ton verstummen? Das Unmögliche tritt ein, es herrscht wieder Stille, der Ton verstummt, die Mine explodiert nicht. Er bewegt sich, entfernt sich und bleibt verschont.

Die Bilder, die die Künstlerin entworfen hat, sind poetisch, faszinierend. Sie zeigen eine Natur, die frei ist von Menschen. In ihrer ganzen Schönheit und ihrer Unermesslichkeit. Lichter erhellen Inseln des Grüns. Manchmal sieht es aus, als wären wir in einer Szene von Avatar. Blaue Pflanzen. Leuchten. Alles magisch.

 

Auch wenn der Betrachter weiss, dieses magische Naturerlebnis ist gefährlich. Dieser inhaltliche Kontrast erzeugt Spannung. Zum Schluss beginnt am hintersten Horizont ein Licht, eine Explosion den Rand zu erhellen. Sie ist weit weg, der Wald entflammt, die Detonationen weiten sich aus. Die Welle der Feuerzungen laufen am Rand des Horizonts, wo der Grenzwall vermutet wird,  das Feuer greift über und erfüllt das Bild.

Gesehen im OK, anlässlich der Ars Electronica und der Vergabe des Prix Ars Electronica, der goldenen Nica. Diese Animation erhielt eine Auszeichnung im Bereich STARTS Prize (Starts steht für Science, Technologie und Arts).

Die Fotos wurden direkt im OK von der Leinwand gemacht. Für Farbveränderungen und Verzerrungen ist die Autorin verantwortlich. Alle Photos sind von MvT mit einem Handy gemacht.

Beitrag von Margarete von Trifft (MvT)

Gastautorin Dr. Margarete von Trifft  studierte Soziologie und Kunstgeschichte, später freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin und promovierte in den Bildwissenschaften. Es ging um die Virtualität der bildlichen Ausdrucksformen, des flüchtigen Bildes. Professor Ursula Drees lud sie ein, auf der Ars Electronica in Linz für den MediaArtBlog plusinsight zu schreiben.

„Tropics“ von Mathilde Lavenne (FR)

In Tropics geht es um mexikanische Farmen und ihre Bewohner, die mit verstreuten Stimmen, Erinnerungen, Vergangenes und Erlebtes erzählen. Die Bilder selbst, in schwarz-weiß gehalten, scheinen Traumbilder zu sein. Sie sind tief und mystisch. Es fühlt sich an, als würde die Zeit angehalten.  

Es geht um die im 19. Jahrhundert aus Frankreich kommenden Auswanderer, die mit Booten den Atlantik überquerten und in Mexiko, genauer am Rio Filobobos neu siedeln. Diese Region ist in der Nähe von Veracruz. Die französischen Familien, Bauern, kultivierten trotz des schwierigen tropischen Klimas und der tropischen Vegetation große Flächen für die Landwirtschaft. Während der spanischen Eroberungen wurde Mexiko zu einem Land der Träume. Landarbeiter aus Frankreich, als Europa malten sich eine blühende wenn auch gefährliche Natur aus, die mit Mut und Fleiß zu Unabhängigkeit und Wohlstand führen würde. Diese Eroberer wollten nicht nur Wissen vermitteln, nicht nur das Land kultivieren, sondern auch den katholischen Glauben verkünden. Es waren Bauern und Missionare.

Die Einwanderer oder eher Konquistadoren entdeckten eine fremde Vegetation, sie stellten andere neue pflanzliche Heilmittel her. Das Land war verheißungsvoll und zerstörend gleichermaßen. Es war gefährlich, aber gelobt.  

Die Künstlerin gibt der Vergangenheit den Erinnerungen und Familiengeschichten eine Stimme. Und ein Bild. Erinnerung vom Tod, vom Leben, von Verstorbenen heben die zeitliche Ordnung auf. Es werden Geister eines verlorenen Paradies belebt.

So spricht die Stimme, der Erzähler, von dem Autounfall, indem sein Vater verstarb. Vor 30 Jahren fand dies statt. Die Stimme, selbst ein Junge damals, ist im Wagen. Er beschreibt den Moment des Unfalls, wie er Geister sieht, Geister die aussehen, als kämen sie aus einem Harry Potter Film. Er spricht: „Vater hilf mir“. Der Vater küsst ihn und antwortet: „Jetzt wirst du leben“. Eine alte Frau erscheint in der Erinnerung. Die Stimme sagt, dass niemand wusste, dass sie tot sei. Und so spricht jener Mann, der sich erinnert, von seiner Gabe, Tote zu sehen. „Ich sehe Menschen, weiß nicht, dass sie tot sind, sie tragen Kerzen. Jahre später bin ich wieder an diesem Ort….“ Es ist die Geschichte von Toten.

  

Im Januar 2017 reist die Künstlerin nach Mexico und besucht einige Familien, die seit Generationen schon dort leben und arbeiten, direkte Abstammen der Einwanderer. Es ist die koloniale Vergangenheit, die sie zu entdecken wünscht. Sie will sehen und hören, wie westliche Gedanken und Vorstellungen in den Familien weiterleben. In der Tat erlebt sie erstaunliche Stunden. In den Familien lebt die Vergangenheit durch Objekte weiter.

Während der Regenzeit wird der Rio Filobobos zu einem gefährlichen, reißenden Gewässer,  tritt über seine Ufer und bedroht das Land, die Dörfer, die Arbeit und Bewohner. Gleichzeitig werden Tonwaren, bemalte Skulpturen oder andere Artefakte und Objekte an das Ufer gespült, Zeugen einer vergangen Zeit. Diese Dinge waren Gegenstände der Anbetung. Sie wurden von den damaligen Urbewohnern hergestellt, von den Siedlern gefunden und gesammelt, und sind heute noch in ihren Häusern zu finden. Diese Erinnerungen, eine ursprüngliche Naturweisheit verbindet sich unzertrennbar mit dem Wissen der Ankömmlinge und der Generationen danach. Es geht um die Gesetze der Natur, um Sonnenkalender, um saisonale Anbetungen.

Dieser Film zieht den Betrachter in einen Bann. Die Erinnerungsstimmen vermengen sich mit den Bildern und erschaffen eine mystische, geheimnisvolle Welt.

Die Künstlerin interessiert sich für anthropologische Dimension solcher Gesellschaften. Es geht um die Beziehung zwischen Mythen und dem Kosmos, als Wurzen für Glaubensansätze. Für diesen Film verwendete sie einen FARO Scanner der normalerweise in der Architektur zum Gebäudescann verwendet wird.

Sie platzierte ihn an Orten, die sie auf Karten entdeckte und erwanderte. Diese Scanner stellen mit weißen Punkten auf schwarzen Hintergrund rudimentäre 3 Dimensionale Abbildungen her. Die Bilder werden übereinander montiert und gelagert. Es ist als schauten wir in Erinnerungsbilder. Normalerweise werden solche Abbildungen mit Infrarotmasken oder Nachtaufnahmen assoziiert. Hier derweil fehlt der grüne Ton, die solche Bilder charakterisiert und das gibt dem Betrachter das Gefühl, als schaute er durch Materie in etwas Unsichtbares.

T R O P I C S – Gewinner der Goldenen Nica auf der Ars Electronica.

Beitrag von Margarete von Trifft (MvT)

Gastautorin Dr. Margarete von Trifft  studierte Soziologie und Kunstgeschichte, später freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin und promovierte in den Bildwissenschaften. Es ging um die Virtualität der bildlichen Ausdrucksformen, des flüchtigen Bildes. Professor Ursula Drees lud sie ein, auf der Ars Electronica in Linz für den MediaArtBlog plusinsight zu schreiben.

Die Photographien wurden von der Leinwand im OK, Linz anlässlich der Ars Electronica mit einem Handy von Margarete von Trifft aufgenommen. 

„Fabula Deus – oder der Film der Zukunft“ von der fmx 2018, Prof. Katja Schmid

Foto: FMX 2018©Katja Schmid

Menschen träumen schon immer davon, die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Nun scheint es so, dass heutige Filmemacher dieser göttlichen Vision näher denn je kommen. Virtual Production, VR, Realtime Technologien, Dronen, LED Displays, fotorealistische Simualtions- und Render Algorithmen, Motion Capture, Facial Capture, Photogrammetrie und Machine Learning gestatten den Kreativen, sich eine glaubhaft, zum Verwechseln echte Welt zu schaffen, in der Charaktere (Menschen oder synthetische Figuren) agieren.

Foto: FMX 2018,Dominique Brewing and Luzie Marquardt

Habib Zargarpour (CCO und Co-Founder von Digital Monarch Media) bringt es nach einem langen Tag zu Virtual Production auf den Punkt: „Es geht um einen Paradigmenshift. Die Filme werden anders werden“.

Er hatte zuvor das Virtual Film Tool Expozure life vorgestellt, mit dem in einer virtuellen Umgebung die Previsualisierung in realtime aufgenommen, also der Film visuell konzipiert werden kann. Mittels eines handheld devices kann der Kameramann oder Regisseur in der virtuellen Welt Einstellungen wie am Set gestalten. Am Ende des „Drehtages“ werden die Shots zu einer Szene zusammengeschnitten. Expozure kam für den Science-Fiction Film Blade Runner 2049 (executive producer Ridley Scott, Regie: Denis Villeneuve) zum Einsatz. „Was wäre, wenn wir in Zukunft unsere Geschichten direkt aus den Welten, die wir gebaut haben, entwickeln würden – also zu einem life perform of storybuilding übergingen?“ Wie würden sich die Filme verändern, wenn statt auf der Basis von Text, die zukünftigen Geschichten in der menschengemachten, visuellen Welt entstünden?

An Blade Runner 2049 hat auch Axel Akesson (MPC) mitgewirkt. Als Asset Supervisor war er für die digitale Replikation von Rachael verantwortlich.

Die größte Herausforderung beim Erstellen von Digital Humans ist die Überbrückung des uncanny valley (es bezeichnet die beim Zuschauer entstehende innere Akzeptanzlücke von künstlich hergestellten Personen. Der Realitätsgehalt eines virtuellen Characters kann entgegen der Erwartung von größtmöglicher Realitätsnähe zu einer minderen Akzeptanz beim Rezipienten führen, wenn dieser Differenzen zum antizipierten Original als störend wahrnimmt.)  „Tote Augen“ sind die größten Illusionsbrecher und eine Herausforderung. Axel Akesson spricht in dem folgenden Interview über die neuen Methoden der Lichtberechnung im Augapfel, aus welchen Komponenten die digitale Rachael besteht, über die Vorteile, die Virtual Production mit sich bringt, was zukünftig noch an Verbesserungen zu erwarten ist und warum echte Filmfotografie für ihn immer noch das non plus ultra ist.

Ian Comley, CG Tech Supervisor, ILM vertritt folgende Perspektive zu Virtual Production: “It is not a substitute for good storytelling. It’s a tool, it’s not a replacement.” Die Tools haben sich konstant in vielen Gebieten weiterentwickelt und sich gegenseitig beeinflusst. Besonders was look development angeht, werden solide Referenzen, mit denen dann Prototypen entwickelt werden, bevorzugt. Sie helfen um schlussendlich zu einer hohen Glaubwürdigkeit zu gelangen. Ian kann sich zwei Zukunfts-Szenarien vorstellen. Einerseits können die Entwicklungen ohne jeden Anteil an realer Filmfotografie zu digitalen Welten und digitalen Charakteren im Film führen. Andererseits sollten perfekte Drehorte weiterhin verwendet werden,, wenn es sie gibt, denn sie verfügen nicht minder über Realitätsanspruch. Was digitale Schauspieler angeht, beantwortet er die Frage: „Can you fully synthesize a human performance through artificial intelligence?“ eindeutig mit „Ja“. Nach Ian Comley sind künstliche Charaktere genauso überzeugend und in der Lage Zuschauer in ihre Geschichte zu involvieren, wie menschliche Schauspieler.

“Creating worlds – that is what we all love to do. It is the escapism that a lot of us love. It’s the endless possibility of making a whole new universe and its own rules.” meint Shannon Justison (Visualization Supervisor, The Third Floor). Im Prozess der Previsualisierung nehmen die ersten Ideen reale Formen an, lang bevor der eigentliche Dreh stattfindet. Über die Zukunft des storytellings denkt sie oft nach: „The truth is: I don’t know. And that is the interesting part. I can imagine all these opportunities for virtual reality storytelling, augmented reality storytelling are bouncing in my head. And honestly, I don’t have a coherent thesis on that. But I am just really excited to see where it goes.”

“Tools for the next generation of storytelling” ist der Titel für Daniel Gregoire’s Vortrag auf der FMX.  Er ist der Gründer der Firma Halon Entertainment, und wirkte an einer Vielzahl von Blockbustern als Previs Supervisor mit (War of the Worlds, Kung Fu Panda, Spider-Man 3, Life of Pi, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance), Jurassic World, The Hunger Games, Dawn of the Planet of the Apes, Alice Through the Looking Glass, Star Wars: The Force Awakens, Deepwater Horizon, Logan, and Kong: Skull Island). Sein Fokus liegt auf der Durchdringung von neuen Technologien und Storytelling und dafür nennt er ein eindrückliches Beispiel: „Photogrammetry hat es uns ermöglicht, den Ort, den wir beim location scouting besichtigt haben, buchstäblich mit nach Hause zu nehmen.“ Davon profitiert das gesamte Team, wenn es dann mit Hilfe der digitalen Kopie kreative Entscheidungen treffen kann.

Daniel macht in seinem Gespräch mit uns deutlich, wie schnell die Entwicklungen heutzutage vollzogen werden und wie komplex sie sind. „Realtime to me is a small stepping stone on the way to something bigger, faster, more effective. In terms of technology next generation will simply be today. Will be now.”

„Bei allen Überlegungen, wie sich die Welt des Kinos entwickeln wird, gingen mir immer wieder zwei Bildwelten durch den Kopf“, so Prof. Katja Schmid. „Die eine ist der Blick des kleinen Salvatore im Projektorraum in „Cinema Paradiso“ (Regie: Guiseppe Tronatore, 1988). und die andere Vision entstand beim Lesen von „Homo Deus“ (Yuval Harari) und sie dreht sich um die Frage, wie das Leben sein wird, wenn eines Tages hochintelligente Algorithmen die Menschheit  besser kennen, als der Mensch sich selbst. Wird dann die Welt zum Film ? Ist das der Paradigmenshift, der maßgeblich überdenkenswert ist?“

Und neben all diesen Überlegungen geht ein herzlicher Dank an Frau Nicola Steller für die großartige Pressearbeit. Mit überlegter Schnelligkeit und Akkuratesse wurden die Interviewpartner angeschrieben und zu uns in den Presseraum geleitet. Dort trafen wir auf einen für die fmx recht stillen Ort für Dreharbeiten. Und da Nicola Steller nicht alles allein schaffen kann, danken wir herzlich allem Helfern der fmx. 

Interviews wurden von Prof. Katja Schmid auf der fmx 2018 geführt.

Zur Autorin:

Katja Schmid begann als Filmemacherin in den DEFA-Studios für Trickfilme. 1993 erhielt sie ihr Diplom als Kamerafrau von der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Als Kamerafrau, Digital Artist und Editorin hat sie über 50 Film- und Medienproduktionen mitgestaltet. Seit 2004 ist sie als Professorin für Visual Effects and Postproduction an der HdM tätig. Von 2006-2011 kuratierte sie die Digital Cinema Conference, den Tech Track Stereoskopie sowie die Junior Paper Session der FMX. Von 2014 bis heute ist sie verantwortlich für das VEGA CAMP an der Hochschule der Medien. Ihre Forschungsgebiete sind Lichtfeldtechnologie und Wide Gamut.

Zum Ton:

Peter Ruhrmann trägt den Titel des Ingenieurs für Audio visuelle Medien. Er arbeitet mit Studierenden an VFX Medien Produktionen und zeigt sich verantwortlich für kreative technische Lösungen bei Herausforderung innerhalb der Produktionen. Außerdem entwickelt und wartet er seit 2006 die technische Infrastruktur des VFX Departments an der Hochschule der Medien. Peter Ruhrmann ist zertifizierter Nuke Trainer durch Foundry und fxphd. Seit 2008 unterrichtet er das Fach Compositing.

Fotos, Text, Interview: Katja Schmid

Ton: Peter Ruhrmann

Kamera: Patricia Birnfeld, Studentin der Audiovisuellen Medien an der Hochschule der Medien, Stuttgart.

You just keep on going through the doors – Phil Tippett im Interview mit Prof. Katja Schmid auf der fmx 2018

fmx2018 Photo©Katja Schmid

fmx2018 Photo©Katja Schmid

Die eine Stunde mit ihm hat uns bewegt. Phil weiß, was „change“ bedeutet. Es war vorhersehbar, meint er heute. Und doch hat es ihn schwer getroffen, als er von Steven Spielberg hörte, dass die Dinosaurier von Jurassic Park im Computer entstehen werden. Warum Phil 1994 dann doch den Oscar für die besten visuellen Effekte bekommen hat und welche Verbindungen er zwischen seinem Leben und dem kreativen Schaffensprozess herstellt, darum geht es in dem folgenden Gespräch.

In unruhigen Zeiten des Wandels ist es ratsam, Geschichten und Weisheiten von lebenserfahrenen Menschen Raum und Zeit zu widmen. Phil Tippet ist eine Legende. Und er ist zu Besuch auf der FMX in Stuttgart. Wir haben ein Interview mit ihm angefragt und tatsächlich stand Phil am nächsten Tag im Studio.

left to right: fmx 2018 Peter Ruhrmann, Patricia Birnfeld, Phil Tippett, Katja Schmid Photo©Pia Widmann

Phil Tippetts company Tippett Studio ist in Berkeley, CA und steht für Character Animation, Visual Effects, Environments.

Sie machen auch Commercials, Mobile Applikationen, sind im VR und AR Bereich tätig, aber auch Themen Parks und große Projektionen – also Event Media.

Seine Liebe zur Animation hat Phil Tippett als 7 jähriger durch „The Seventh Voyage of Sindbad“ und von „King Kong“ entdeckt und zu einer lebenslangen Begeisterung und Leidenschaft für phantastische Welten und Lebewesen gebracht. Hier entspringt die Quelle seines Schaffens. Er zeichnet, schafft Animationen, kreiert Skulpturen und wird mit dem Fine Arts Degree der Universität von California, Irvine ins Berufsleben entlassen. Der Rest ist dann VFX Geschichte.

14 schwer gewichtige Preise gehen auf das Konto der Firma, vom Oscar (2 davon und 6 Nominierungen), Emmy (auch 2 davon) sowie der George Melies Award von der Visual Effects Society. Vom Frankfurter Film Museum wurde ihm der Lebenswerkpreis verliehen, was natürlich in keinster Weise schlecht ist, das wissen die meisten.

Der Oscar, also der Academy Award bei „Jurassic Park“ und „Return of the Jedi“. Vollständige Filmliste unter:

https://www.imdb.com/name/nm0864138/

Der Film „Mad God“ begann mit einer Ideenskizze auf wenigen Seiten Papier vor mehr als zwanzig Jahren. Er wurde nach vielen Jahren Pause seit 2012 als Kickstarter Projekt in drei Teilen von jungen Animatoren unter Phils Regie fortgeführt (insgesamt über 4300 Unterstützer).

https://www.kickstarter.com/discover/advanced?category_id=29&ref=nav_search&term=mad%20god

 https://www.facebook.com/MadGodMovie/

http://watch.madgodmovie.com/

„ I’ve over the years come to understand that operating from the unconscious and seeking about the unknown is where creativity happens.” Phil Tippett

Zur Autorin:

Katja Schmid begann als Filmemacherin in den DEFA-Studios für Trickfilme. 1993 erhielt sie ihr Diplom als Kamerafrau von der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Als Kamerafrau, Digital Artist und Editorin hat sie über 50 Film- und Medienproduktionen mitgestaltet. Seit 2004 ist sie als Professorin für Visual Effects and Postproduction an der HdM tätig. Von 2006-2011 kuratierte sie die Digital Cinema Conference, den Tech Track Stereoskopie sowie die Junior Paper Session der FMX. Von 2014 bis heute ist sie verantwortlich für das VEGA CAMP an der Hochschule der Medien. Ihre Forschungsgebiete sind Lichtfeldtechnologie und Wide Gamut.

Zum Ton:

Peter Ruhrmann trägt den Titel des Ingenieurs für Audio visuelle Medien. Er arbeitet mit Studierenden an VFX Medien Produktionen und zeigt sich verantwortlich für kreative technische Lösungen bei Herausforderung innerhalb der Produktionen. Außerdem entwickelt und wartet er seit 2006 die technische Infrastruktur des VFX Departments an der Hochschule der Medien. Peter Ruhrmann ist zertifizierter Nuke Trainer durch Foundry und fxphd. Seit 2008 unterrichtet er das Fach Compositing.

Fotos, Text, Interview: Katja Schmid

Ton: Peter Ruhrmann

Kamera: Patricia Birnfeld