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Light Tank von Uwe Rieger (DE/NZ) und Yinan Liu (NZ)

„Light Tank“ Installation von Uwe Rieger und Yinan Liu ©Ursula Drees

Light Tank  von Uwe Rieger und Yonan Liu.  Der Mariendom in Linz eignet sich hervorragend für großräumige Installationen. Es ist ein imposantes Gebäude. Von außen, als auch von Innen, wie jeder Dom. Die Höhe, die Breite, das Gestein und die Akustik sind beeindruckend, auch ohne Installation. Light Tank ist wie alle, von Uwe Rieger geschaffenen Installationen, auf den Raum ausgerichtet. Sie ist luftig, verfügt über eine faszinierende akustische Stimmung und ist von allen Seiten zu betrachten.

Mariendom in Linz Details ©Ursula Drees

Light Tank ist eine Mixed Reality Installation. Es werden holographische Linien auf eine transparente Gerüststruktur projiziert. Diese Gerüste sind mit durchsichtigem Meshgewebe bezogen. Und wenn die Lichtlinien auf dieses Meshgewebe fallen, begreifen die Besucher, das es eine Projektionsfläche ist. Ohne Lichtprojektion erkennt man den skeletthaften Aufbau und schaut hindurch. Das Gerüst ist vielleicht zwischen 4,20 und 4,60 Meter hoch, in der Breite jeweils 3 Meter. Denn hier handelt es sich um, ein in Kreuzform aufgestelltes, Gerüst. 

„Light Tank“ Installation von Uwe Rieger und Yinan Liu ©Ursula Drees

Die Projektionen aus Linien, die mit 3 D Brille auf der Nase, als Säulen entschlüsselt werden, zitieren die Dominnenarchitektur. Sie bewegen sich ununterbrochen, entstehen, zerfallen, bleiben einen Moment und schon geht eine weitere Bewegung los. Sie werden zu einer stilisierten Gewölbestruktur mit klar erkennbarem Schlussstein als Rosette. Türkis, Rot und Weiß, mehr Farben braucht es nicht. Wenn diese Art der Entstehung vollendet ist, werden Ikonographen auf dem Meshgewebe verteilt: Buttons betitelt mit Activate, drüber Kleine in Wireframe abgebildete Quader, die wie Container aussehen, darin Elemente. Manche sehen aus wie eine Gruppe von x, andere ein einzelnes in x Form dargestelltes Ding, dann wieder nur eine Schiene des x oder aber eine Säulenform. Es sind die Bestandteile des Großen. Die Kästen um diese Miniaturzeichen verschwinden und fliegen frei über das Gewebe, als suchten sie einen geeigneten Ort. Daraus werden eine Anzahl von kreisförmigen Zeichen. Sie sind abstrakt, aber jedes einzelne ist ein Teil eines Großen, es ist eine Gattung, ein Kreis mit Winkel und kleinem Kreis, einer mit Parallele und einem Kreis, einer mit Durchmesseranzeige, andere im Aussehen wie Packmanfresser. Daraus werden große Flächen, bewegte Ausschnitte von etwas anderem. Ein steter Fluss von Klein zu Groß, vom Detail zum Überblick. 

„Light Tank“ Installation von Uwe Rieger und Yinan Liu ©Ursula Drees
„Light Tank“ Installation von Uwe Rieger und Yinan Liu ©Ursula Drees

Die Projektionen werden durch Geräusche begleitet. Vogelstimmen und entferntes Rauschen. Es kann Wind sein, es kann Meeresrauschen sein. Hört der Besucher auf eine Küste auflaufende Wellen? Ist der Wind vielleicht auch das Geräusch von Wandten? Es ist ein sphärische Musikkulisse. Sie lässt die Vorstellung wandern, vermengt sich mit den Projektionen. 

Kleine Bauteile im Schwarm mit Meer und Wind begleitet werden zu Streben, die im Zentrum zum Architektur der Kathedrale werden. Es löst sich auf und beginnt von Neuem. Ein steter Fluss aus Entstehen und Zerfallen.

„Light Tank“ Installation von Uwe Rieger und Yinan Liu ©Ursula Drees

Es ist kontemplativ, über lange Zeiträume betrachten die Besucher die Projektion.

Uwe Rieger (DE/NZ) mit Yinan Liu (NZ). Stereoprojektionstechnik auf transparente Leinwände. Unterstützt durch das arc/sec Lab for Digital Spatial Orperation an der School of Architecture and Planning der Uiversity of Auckland. Das Interface wurde in Zusammenarbeit mit dem Augmented Human Lab am Bio Engineering Institute entwickelt, das durch Assoc. Prof. Suranga Nanayakkara geleitet wird. As AHLab konzentriert sich auf Human-Computer Interfaces als natürliche Erweiterungen unseres Körpers, Geistes und Verhaltens.

Gesehen auf der Ars Electronia 2018 im Mariendom

Beitrag von Prof. Ursula Drees

„I love you_I hate you TDS“ von Mathieu Zurstrassen (BE)


Mathieu Zurstrassen (BE) standing next to „I love you_I hate you TDS“ ©photographer MvT 

Der japanische Parawissenschaftler und Alternativmediziner Dr. Masaru Emoto „wies nach“, (dieser Nachweis ist nicht bestätigt worden), dass Wasser ein Erinnerungsvermögen besitzt und auf Gedanken reagiert. Dabei hat Emoto in einer Vielzahl von Versuchen ermittelt, dass Wasser auf Empfindungen reagiert und in Folge die eigene kristalline Struktur verändert.

Eine weitere vom selbst ernannten Doktor durchgeführte Versuchsreihe bezog sich auf die Empfindlichkeit von Reis. Es wurde um 1980 eingeleitet und stellt zwei identisch grosse, mit einer exakten Reismenge gefüllten Form dar. Der einzige Unterschied besteht in der unterschiedlichen Beschriftung auf den jeweils gleichen Aufklebern. Ein Aufkleber wurde mit „DANKE“ beschriftet, der andere mit „Du Idiot“. Emoto lies täglich Schulkinder die Worte sprechen und siehe da, nach einigen Wochen färbte sich der „Du Idiot“ Reis schwarz, derweil der „Danke“ Reis seine ursprüngliche Farbe behielt. Dies sollte ein erneuter Nachweis für die emotionale Beteiligung von Materie sein, egal ob Wasser, Reis oder andere Formen von physikalischer Dinglichkeit.

Die parawissenschaftliche Community jubiliert über diesen Nachweis. Und gleichzeitig erzürnt es die Forschung. Deshalb haben einige das Experiment erneut durch geführt und stets erfolglos. So hat Carrie Poppy das Ganze mit 4 Gläsern ausprobiert.

Ein Glas wurde mit „Thank You“, ein anderes mit „You are an Idiot“, ein weiteres mit „Michelle Bachmann“[1]und das letzte gar nicht beschriftet. Das dritte Glas wurde durch tägliche Tea Party Belästigungen besprochen. Am Ende des Monats hatte der Reis in allen vier Gläsern die gleiche Entwicklung vollzogen und unterschied sich nicht gravierend von einander.

Sie kommentiert ihr experiment: “I can’t help but wonder if the well-meaning re-creators of this experiment on the internet didn’t help their rice along, exposing the neglected or hated rice to more air, changing the jars around to put them in different temperature or humidity conditions, or performing other tricks in an effort to support a well-intended but ultimately self-evident point: that being ignored or belittled hurts.”

Dieses Experiment stellt die Grundlage für das Kunstwerk „I love you_I hate you TDS“ des belgischen Künstlers Mathieu Zurstrassen dar. TDS steht für Trump Derangement Syndrome. Es ist ein impartiality bot. Bei dieser Gattungseinordnung darf sich die Gemeinde der freidenkenden und wissenschaftsfreundlichen Geister freuen, endlich ein bot ohne Meinung.

Die Installation steht im 1. Stock der POSTCITY Ausstellungsfläche und unterliegt dem Motto „Error, Fake and Faliure“.

Reisbirne©photographer MvT

Das Kunstwerk besteht aus drei sichtbaren Komponenten. Die erste Komponente ist ein Stativ. Die zweite Komponente sind zwei Gläser, die mit einer identischen Menge und der gleichen Reisart gefüllt sind. Sie stehen auf Lautsprechern. Diese Reisgläser werden durch je zwei, höher gestreckten Glasglocken von den Zuschauern abgeschirmt. Diese Glaskonstruktion erinnert ein wenig an gestreckte Käseglocken oder an Glühbirnen, alias Reisbirnen. Von diesen gläsernen Reisbirnen, so wollen wir es nennen, gibt es ,wie bereits erklärt, zwei. Sie sind auf einer Höhe und durch eine schmale Stahlstrebe verbunden. Es sieht aus, als sei es eine Waage.

Waage ©photographer MvT

Die dritte Komponente sind Kabel und Kästen, für digitale Applikationen. An dem Stativ angebracht befinden sich zwei vielleicht 8 x 8 cm große quadratische Kästen aus denen verschiedenste Kabel führen. Einige führen zu den Kästen, andere führen zu den Glasbirnen. Es handelt sich um Stromzufuhr und Lautsprecherkabel von Micro-controller zu Reisbirnenkonstruktion.

Kunstwerk Details ©photographer MvT

Es werden verschiedenste Trump Zitate herausfiltert, das sind die weniger guten Mitteilungen und aus einem „LoveQuote“ Twitter account positive Botschaften weiter gegeben. Alle 25 Sekunden trägt eine monotone, neutrale Computerstimme diese Nachrichten den Reisgläsern vor. Dieses Kunstwerk ist ein stilles nicht besonders großes Kunstwerk. Es ist nicht marktschreierisch. Das einzige was erhöht, ist der Podest auf dem es steht.

©photographer MvT

Der Künstler ist anwesend und hat Zeit für ein Interview.

Question:” Do you think the tonality of the voice has any impact on the reaction of the rice?”

Artist: “Hmm I could tell you my point of view if this system is working or not. I am bit skeptical… about everything I make… it is a setup. I am trying to talk about something that is not actually visible.”

(Pause followed by a long stretched ahhhhm).

“It could work. It is closely related to the subject of faith. What do you believe in? And it could be… couldn’t it? May be the rice will turn black. Perhaps it is because a small bacteria, an invisible bacteria that I have in my hand,  may-be there is a resistance there? May be there is a heater there that makes the rice sweat, may be nothing will happen. It lasts just for two days now. We don’t know. It is speculation”. (artist smiles)

“We could go on for hours. Is the digital voice doing something? For me it is not the matter of the piece. The computer voice is completely neutral.”

Interviewer: “One component has crucially changed. In the original experiment children read the messages with their intonation and tonality. And here it is the neutral computer reading the messages.”

Artist: “Yes indeed. But think about it this way: the voice is neutral but on the same token it is more scientific.  What I am trying to say, and I really like it when people start talking and discussing with me about that, is I am from a scientific background, so I am willing to create an environment of scientific value. The voice of the computer supports this scientific value.”

Interviewer: “Since it is a scientific experiment. How about the rice?”

Artist: “Oh yes it is beautiful venetian rice. Great rice.”

Interviewer: “Did you try different types of rice?”

Artist: “May be I did. It is all about faith. Why should I be trusted?”

Both laughing.

 ©photographer MvT

Interviewer: “I would like to end the interview with a little fun and playful game. I am asking you a term and you are telling me what you think about it.”

 “Authenticity of media”

Artist: “This is what this work is trying to talk about. There is a lot of information online, it is difficult to verify this information. There is some fear. Nowadays information is going too fast. ..so fast and it is impossible to verify anything. Therefore I think it is really easy to control, to gain information from people. And this is media. And there is a lot of crab, a lot of irrelevant available.”

Interviewer: “Artificial Intelligence”

Pause…..

Artist: “Wow…future. We are not there jet.  But it is dangerous. I fear what mean people can do about it. This piece also is talking about artificial intelligence in a primitive way though. The rice could be the intelligence.” (smile)

Interviewer: “Algorithm”

Pause…

Artist: “The answer to everything.”

Interviewer: “Self-control”

Pause…..

Artist: “By whom? Self-control…. we all have our point of view. By whom. I can tell you about myself. I am trying to share and let people approach the piece . I am not trying to direct too much.”

Interviewer: “Thank you so much”.

Das Interview wurde direkt auf der Ars Electronica 2018 geführt. Wir danken dem Künstler für seine wunderbaren Antworten und seine verspielte geistige Weitläufigkeit. 

Dr. Margarete von Trifft. (MvT in short)

[1]Anmerkung der Autorin. Wir erinnern uns an die US-Amerikanische Politikerin der Republikanischen Partei, die der Tea Party Bewegung sehr nah stand und die in der parteiinternen Auswahl als Präsidentschaftskandidatin 2012 antrat und sich durch herausragende Vereinfachungen, populistischer Argumentation und erschütternder Bildungsfremde hervortat. Zu dieser Zeit konnte sich niemand eine Erhöhung dieser charakterlichen Qualitäten vorstellen, jetzt jedoch gibt es den Beweis in Donald Trump, dass auch das Unvorstellbare stets eintreffen kann.

POSTCITY: Location für den STARTS Preis und Initiative der EU

Ein Teil auf der Ars Electronica in dem Ausstellungsbereich der PostCity wird dem Starts Preis und der Starts Initiative gewidmet. Die europäische Kommission hat die Starts Initiative ins Leben gerufen, um die Einbindung der Künste in innovative Projekte zu unterstützen. Starts möchte die kreativen Kräfte einer  interdisziplinären Zusammenarbeit der Künste mit den Technologie nutzen, um  neuwertige, experimentelle und kreative Prozesse in und für Europa zu unterstützen. Entwicklung, Erfindung, kritische Blickpunkte und Technologien zu entwickeln, bedeutet, zu hinterfragen. Über den Tellerrand hinaus blicken können. Das Bewusstsein, dass Technologien für Menschen entwickelt werden, zwingt die kreativen Industrien, neue Produkte, Services,  Herangehensweisen an menschliche Handhabung anzupassen, nicht umgekehrt wie es anfangs oft der Fall war. 

Genau hier versucht der Startspreis anzusetzen. In dem Bewusstsein dass Technologien nicht isoliert ausgetüftelt werden dürfen. Alle Disziplinen werden ermutigt, dazu beizutragen.

Wofür nun steht Starts? S + T für Science und Technologie, Arts für die Künste: macht zusammen Starts. Europa fußt auf Innovation, um auf der globalen Ebene und in unserer Gesellschaft bestehen zu können. Es geht um einen Mehrwert für Bürger und Arbeit. Es ist ein holistischer Ansatz, der die Starts Initiative treibt.

Starts unterstützt Kollaborationen zwischen Künstlern, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Forschern, die kreative, einbindende und nachhaltige Technologien entwickeln möchten. Ein zweites Ziel der Starts Initiative ist die Erkenntnis, daß Künstler durch ihr kritisches Denken neue Möglichkeiten eines Einsatzes für Technologien anstoßen können. Und diese Fähigkeit soll genutzt werden, damit Technologien schneller in unsere Gesellschaft eingeführt werden. 

Starts besteht aus vier Säulen. Einmal gibt es den Staatspreis der mit 20.000€ hoch dotiert wird.

Dann gibt es die Starts Residencies: Künstler arbeiten und forschen längere Zeit in technologischen Institutionen. 

Es gibt Starts Lighthouse Pilots: bereits mit Geldern gesicherte Forschungen, wo Künstler einen aktiven Teil in Projektteams darstellen, die wiederum radikal neuwertige Lösungen und sehr konkrete Resultate erarbeiten. 

Die letzte Säule ist die Starts Academy: Forscher, Ingenieure und Künstler unterrichten und geben ihre digitalen Fähigkeiten an Bürger weiter, die eine spielerische Art entwickeln, um nicht nur die Begrenzungen und die Möglichkeiten der Technologien zu ermitteln, sondern auch um eine kritische Reflexion erlernen.

17 Institutionen sind am Starts Projekt als führende Forschungsstellen involviert. Ars Electronica, artshare, Berlin University of the Arts, Blumine, Bozar, Datascouts, Digital Spaces Living Lab, Ecole Polytechnique Federale de Lausanne, Fraunhofer Group Information and Communication Technologies, French TEch Culture, IMEC, INOVA +, IRCAM, LIBELIUM, Queen Mary University of London, University for the Creative Arts, WAAG. Österreich, Portugal, Deutschland, Italien, Belgien, Bulgarien, Schweiz, Frankreich, Spanien, England und die Niederlande.

Auf der Ars Electronica werden die ausgewählten Projekte und Gewinner im Bereich der Festival Location POSTCITY gezeigt.  Auf dem ganzen Areal dieser Location erscheint der zugewiesene Raum erst einmal überschaubar, aber das täuscht. Das Areal selbst dehnt sich über so viele Quadratmeter aus, dass der Übersichtsplan als Miniaturausgabe die wahrhafte Ausdehnung nicht wieder gibt. Es ist alles viel mehr.

Dr. Margarete von Trifft, Medienkünstlerin und Wissenschaftlerin.

 

Dr. Margarete von Trifft: Gastautorin auf der Ars Electronica für plusinsight media art blog

Heute darf ich mich als Bloggerin für plusinsight vorstellen. Mein Name ist Margarete von Trifft. Ich habe Soziologie und Kunstgeschichte studiert, später freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin.  Promoviert dann später in den Bildwissenschaften. Es ging um die Virtualität der bildlichen Ausdrucksformen, des flüchtigen Bildes. Professor Ursula Drees hat mich eingeladen, auf der Ars Electronica in Linz für den MediaArtBlog plusinsight zu schreiben.

Jetzt sitze ich in meinem Linzer Hotel, noch im Schlafanzug. Aber bald werde ich zu einem Frühstück herunter gehen, das Hotel ist recht gut, mit dem Bus zur Post City fahren und berichten. Ich freue mich auf die interessanten Technologien, die neuen Kunstideen und Ausdrücke. Und ich freue mich darauf, für sie zu schreiben.

Dr. Margarete von Trifft (MvT)

 

„Hugo Guerra zu Kommunikation im globalisierten Workspace“ von Mirjam Michutta

Gaming ist ein fester Bestandteil der Kultur und Freizeitbeschäftigung. Games und andere Unterhaltungssegmente wie Filme, Serien oder Comics wachsen zusammen. Das macht die Session von Hugo Guerra deutlich, VFX Spezialist, früherer VFX Supervisor and Head of the Nuke Department bei The Mill (http://www.themill.com); jetzt Inhaber von Hugo´s Desk (http://hugo-guerra.com).

Hugo Guerra zeigt an verschiedenen Beispielen die wichtige Rolle der Kommunikation im Team mit den Klienten.
Sein zentrales Motto: „Business is all about communication.“ Zu Beginn der Selbständigkeit war die Suche nach geeigneten Kommunikationswegen eher Eigennutz: „Muss ich wirklich an einem bestimmten Punkt in der Welt wie etwa London sein um effektiv zu arbeiten?“

Bildquelle: fmx.de/program2018/speaker/2720                     

Stehen für ein Projekt tatsächlich die besten an diesem Ort zur Verfügung? Die Klienten befinden sich nicht zwingend an einem zentralen Punkt. Wie also stellt sich in der heutigen Zeit eine Zusammenarbeit dar, welche Softwaretools unterstützen im Zeitalter der Globalisierung und Deszentralisierung das Arbeiten.

Mit Schmunzeln erzählt er von den Anfängen; es wurde der Datenaustausch über FTP vorgeschlagen. Das sind heutzutage veralterte Methoden. Welche Software unterstützt effektive und strukturierte Teamarbeit der einzelnen Departments und visualisiert gleichzeitig dem Klienten wichtige Entwicklungsschritte?

Er preferiert zum heutigen Zeitpunkt einen Mix aus verschiedenen Kommunikaitonstools:
ftrack (https://www.ftrack.com/en/)
Nuke (https://www.foundry.com/products/nuke)
Skype
Dropbox

Je nach Projektanforderung werden diese Basics durch weitere Tools ergänzt. Mit Best Case Studies untermauert er seine Erkenntnis. Er beginnt mit „The Walking Dead – March to War“.  Die Herausforderung für das Team bestand im Wunsch des Klienten das Spiel im Stil der Comics umzusetzen. Der Look und Feel sollten direkt dem des Comic entsprechen und die Umsetzung ohne live action erfolgen. Ein zeitraubendes Unterfangen.

Startpunkt bildete zunächst ein mit Photoshop erstelltes Concept Art Piece. Unzählige Styles und Szenarien wurden an der Grundszene durchgespielt, mittels ftrack mit dem Klienten abgestimmt, durch Erkenntnisse angereichert, verworfen und erneut versucht. Ftrack half bei der Entscheidungsfindung mit Team und Kunden. Kunden sind oft mit einer inneren Vision unterwegs, die sie durch Anschauung von Entwürfen mit der inneren abgleichen, solange bis eine Einheit hervorgerufen wird. Ftrack ist genau richtig dafür. Auch innerhalb des Teams bietet es eine gute Arbeits- und Austauschplattform. Am besten zusammen mit dem Concept Art Artist, das macht alles leichter. 

Ergänzt wird das Tool Grundpaket je nach Projekt neben Photoshop durch Applikationen wie Maya (https://www.autodesk.de/products/maya/overview), Houdini (https://www.sidefx.com), redshift (https://www.redshift3d.com/product), Modo (https://www.foundry.com/products/modo) und im Fall von „The Walking Dead – March to War“ auch mit unerwarteten Anwendungen wie xbox connect zur Erstellung der Animation der Walkers, wobei die einfache Animation im Falle gerade dieser Figuren einen positiven Effekt erzeugt.

http://hugo-guerra.com/work/?portfolio=the-walking-dead-march-to-war-behind-the-scenes

Das Zusammenspiel der Kommunikations- und Erstellungssoftware schafft ein tragfähiges Workenvironment für das internationale Team wie dem für „The Walking Dead“ mit Mattepainting aus Neuseeland, einem Compositor in Island, dem Head in London, 3d Artist in Deutschland und Storyboard and Mattepainting Artist in Belgien und letzendlich dem Kunden.


Bildquelle: screenshot  aus dem Video: the-walking-dead-march-to war-behind-the-scenes

 Business is all about communication.

Am Ende empfiehlt Hugo Guerra die FMX als networking und recruiting Platform. Die Firmen sind anwensend weil sie rekrutieren. Geht an die Stände, sprecht mit den Leuten, geht mit ihnen essen. Hier sind alle Wichtigen der Welt vertreten. Macht networking. „FMX Stuttgart is THE place.“

Beitrag von Mirjam Michutta, Studentin der Hochschule der Medien, Audiovisuelle Medien.