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Was mich bewegt

Im Allgemeinen und Herleitung für das Besondere:

Allgemein

Objekte werden zu Ideen, Menschen zu Konzepten und das Leben zur Funktion. Während meiner Studienzeit habe ich Installationen gebaut, Happenings veranstaltet und Gesellschaftsspiele inszeniert. Spielerisch, witzig und ein bisschen ironisch weisen meine Werke auf die geschaffene Welt der Illusionen hin. Welche Illusionen? Die, der Kommunikation. Denn die Dinge (Zeichen) verweisen auf etwas anderes aber nicht auf die Wirklichkeit, wenngleich auf etwas täuschend Ähnliches. Sie verweisen auf Vorstellungen und Simulationen.

Es stellt sich die Frage: Gibt es noch eine Seele, eine Aura in der immateriellen Kunst? Gibt es eine Glaubwürdigkeit der Objekte?

Der gestalterische Prozess ist ein künstlerischer. Die virtuelle Welt und die Wirklichkeit wird durch verschwindende Schnittstellen unmerklich verbunden und zur Einheit. Der Datenraum legt sich über den realen Raum und bildet ein Ganzes, welches ein Eintauchen in die virtuelle Welt und ihre Phantasmen ermöglicht. Es werden Gefühlsversprechungen gemacht. Aber ob das Ganze, die Dinge und Zeichen wahrhaftig sind, bleibt abzuwarten.

Die kommerzielle Welt, ihre Formate und Träger werden verwendet um Gefühlsplazebos anzubieten. Es sind ironische und fröhliche Ersatzwelten, die kein Halt vor alt bekannten Merkmalen der Kommunikation, wie Werbung und Kommerz machen. Die Betrachter sollen auf ihre Kritikfähigkeit der Medienwelt geprüft werden, aber das Lachen sollen sie nicht vergessen.

Und neben diesen Gedanken; Konzepten und Arbeiten habe ich Freude an der Lehre. Sie lässt mich reflektieren, ordnen und Neues ausprobieren. Die Arbeit mit Studierenden ist inspirativ und bietet Raum für Unbekanntes. Ich schätze eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen und den Austausch über Lehre, Inhalte, Forschung und die Stärkung der Hochschule der Medien, die ich für die Beste in ihrem Bereich halte.

Besonders:

Der Event Mediale Erlebnisraum

Ihr Forschungsinteresse konzentriert sich Aspekte des transmedialen Storytellings für architektonische Inszenierungen und auf die erweiterten Möglichkeiten der Narration in Spiel-Szenarien und Szenographie.

Der Event mediale Erlebnisraum ist ein begehbarer, interaktiver Kommunikationsraum. Diese Räume sind real und sinnlich erfahrbar. Der Besucher kann hören, sehen, riechen, tasten, fühlen und schmecken. Er kann mediale Applikationen bedienen, Filme, Videos, Animationen sehen, Töne, Geräusche und Musik hören, durch eigene Bewegung im Raum Reaktionen auslösen und zum Teil einer räumlichen Inszenierung werden. Die Gestaltung von interaktiven Objekten, Systemen und Umgebungen, Bildern, Sounds und Lichtern in Event medialen Erlebnisräumen bindet die Darstellung von Verwandtschaftsverhältnissen, von Inhalt, Form, Funktionalitäten und Schnittstellen ein. Mit Hilfe von technischen Schnittstellen, von Controllern wird Interaktion und Anteilhabe beim Betrachter initiiert. Sie sind technisch.

Der Betrachter steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Er agiert, steuert, entdeckt, begreift und erlebt. Er ist Teil der Inszenierung. Die passiv reflektierende Haltung des Betrachters wird durch eine dialogisch aktive ersetzt. Ein Event medialer Erlebnisraum kann sehr technisch und medial komplex und vielfältig sein, kann aber auch eine Betonung auf den haptisch sinnlichen Objekten und Bühnen legen. Event mediale Erlebnisräume sind wirkliche Räume und sinnlich erfahrbar. Diese Räume sind begehbare Bilder, sie erzählen Geschichten oder thematisieren abstraktere Positionen, die bestimmte Themenbereiche künstlerisch aufarbeiten.

Der Event mediale Erlebnisraum bedient sich oft einer Rahmenhandlung. Diese weist auf das Geschehen in Folgeaufbauten oder Räumen und erklärt Tätigkeiten und Erlebnischarakter der Installation. Besucher werden auf eine gemeinsame Vereinbarung und Zielsetzung dieser Räume eingeschworen. Es wird ein inszeniertes Handeln auch Spielen genannt eingeführt. Und diese spezielle Art der Präsentation des „etwas in Szene“ also in den Blickpunkt des Rezipienten zu bringen, gibt dem Event medialen Erlebnisraum seinen Charakter. Das inszenierte Erleben durch eine Narration bedingt setzt einen Rahmen und grenzt sich vom Umfeld ab.

Ohne Rahmenhandlung oder Einbindung in ein Konstrukt, ohne ersichtliche Handlungsinhalte, sinkt der Wunsch beim Zuschauer sich aktiv mit einer Installation, sei es aus der Kunst oder aus dem Bereich Event medialer Erlebnisraum, auseinanderzusetzen. Die Rahmenhandlung ermöglicht das Eintauchen in eine andere Welt, es ist eine innere Absprache, die der Besucher mit dem präsentierten System eingeht. Er befindet sich in einem Rollenspiel. Seine Aktionen werden in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und das wieder ergibt einen Sinn.

 

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