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Monthly Archives: Mai 2012

MECANIQUES DISCURSIVES AT MAPPING FESTIVAL 2012

Mécaniques Discursives at Mapping Festival 2012

Joanie Lemercier schreibt von der Installation “Mécaniques Discursives”, gemacht von Yannick Jacquet und Fred Penelle.
Die Arbeit ist spielerisch und wie ein kleiner Kosmos aus Kinderspielzeug. Alles bewegt sich, reagiert und wackelt nach links oder rechts. Vielleicht kann man auch sagen es ist eine bewegte Illustration. In jedem Fall sehr poetisch. Es gibt viel zu sehen. An jeder Stelle der Wand oder des Bodens passiert etwas.

Beide Künstler haben schon vor einiger Zeit kleine Videos vom Arbeitsprozess in vimeo eingestellt.
Work in Progress 01

Work in Progress 02

Wir sehen zwei ziemlich unterschiedliche Disziplinen die zusammen geführt werden. Fred Pénelle arbeitet mit Holz, er malt, skulpturiert, verbindet und verändert das Material und baut ein kleines Universum aus winzigen Maschinen. Man kann seine Arbeit auch einfacher ausdrücken: lebender Holzschnitt. Nachdem die Objekte fertig gestellt sind, druckt er sie auf Papier und arrangiert die Objekte an der Wand. Es entsteht eine in sich geschlossene Welt aus Ideen. Es ist ein Traum, an dem wir teilhaben.
Yannick Jacquet bringt dann Licht dazu. Damit formt er Bewegung, verbindet und trennt. Er stellt Rauch, Dampf, Nebel, Blasen und andere Flüssigkeiten in Verbindung mit den Objekten her. Und alles zusammen ist ein Perpetuum mobile. Es ist eine Traumwelt, es erinnert an die Werke von Marcel Duchamp oder einen Joseph Cornell, es ist ein Kästchen, in der die ganze Welt versteckt ist.

Piece of Paper von Daniel Schwarz

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Dieses Video Mapping ist ein Experiment. Es ist abstrakt und unwirklich. Der Autor selber sagt, es handelt von einer utopischen Landschaft von Erschaffung, Zerstörung und Wiedergeburt. Diese Beschreibung darf metaphorisch verstanden werden einerseits, andrerseits ist es genau das, was zu sehen ist. Schwarzweiß, Hell Dunkel, Natürliches und Unwirkliches treffen aufeinander. Manchmal lässt sich das Gesehene mit Namen bezeichnen, manchmal bleibt die Deutung des Bildes der Phantasie überlassen. Ist der Aufbau klein oder gross kann schwer bestimmt werden. Ich vermute es sind Miniaturen.

Piece Of Paper from Daniel Schwarz on Vimeo.

Deshalb habe ich näher hingeschaut. Daniel Schwarz bestätigt die Annahme des Kleinen. Einige dreieckige Papierskulpturen, einige ausklappbare Gebilde und 40 Kilo Erde wurden in dem Photostudio von der Fabrica ausgelegt. Das Licht stammt nur von zwei Videoprojektoren, die auf das Musikstück von Amon Tobin mit dem Titel „Piece of Paper“ reagieren. Alles wurde mit vvvv umgesetzt. Einige Bilder sind auf die Skulpturen gemapped, andere nicht. Sie sind generiert und basieren auf verschiedenen Algorithmen, es gibt Fotografien aus Italien und Kroatien und letztendlich natürlich die Musik.

Die Präszision des Videomappings wurde mit den unbearbeiteten Photographien verbunden. Die Autoren kombinieren die Genauigkeit und Planung der Video Mapping Bilder mit Originalabbildungen auf gezackte und unregelmässige Formen. Das zusammen schafft die entstandene Bildästhetik. Die gezeigte Aufzeichnung entstand mit einer Canon 5d Mark II.

Video – Daniel Schwarz / danielschwarz.cc
Music – Amon Tobin / amontobin.com

SOLIPSIST von Andrew Thomas Huang

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Dieser Kurzfilm zeigt Zerschmelzen. Unaufhaltsam und sogar bedrohlich. Immer beginnen die Geschichten langsam, ein sanftes hin- und herschwenken, ein Vor – und Rückbewegen. Aus Wenig wird Viel und bleibt stets in der Ordnung der Elemente. Wenngleich der Kern der Bewegung überlagert wird oder zur Einheit eines neuen Anderen. Die Partikel bleiben erhalten, das Grosse wird neu geschaffen. In der Nähe ein Chaos, aus der Ferne ein gleichmässiges Pulsieren. Wenn der Mensch im Spiel ist ist er Pendel oder Sanduhr, nichts mehr als der Träger einer anderen Sache. Er ist der Stoff aus dem das Leben kommt, aber selbst spielt er keine Rolle. Zum Ende hin löst sich alles in Sand und Partikel auf. Ein See an Farben und Bewegung. Ein Sturm, Inferno, eine Apokalypse.

WINNER at SLAMDANCE 2012 of the Special Jury Prize for Experimental Short

Original Soundtrack: http://soundcloud.com/thenautilusdiary/sets/solipsist-soundtrack/

Cast Featuring: Mary Elise Hayden, Marissa Merrill & Dustin Edward

Executive Producers: David Lyons & Andrew Huang
Producers: Laura Merians & Stephanie Marshall
Cinematographer: Laura Merians
Production Designer: Hugh Zeigler
Costume Designer: Lindsey Mortensen
Hair & Makeup Designer: Jennifer Cunningham
Sound Design & Original Score: Andrew Huang

A Moo Studios & Future You Production

Copyright 2012 Andrew Huang All Rights Reserved.

Pieces von Robert Tardy

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Roman Tardy stellt live visuals für Clubs her. Und macht vieles mehr. Auf seiner Website kann sich jeder ein bisschen tiefer mit seinem Werk auseinander setzten. Er ist Konzeptkünstler und Teil des Visual Labels AntiVJ. Er hat hier eine Performance in einem Museum vorgestellt. Die Konzeption ist reduziert und vielleicht deshalb so ansprechend. Die Musik spielt eine grosse Rolle, was sollte sie auch anderes tun. Da wir im nächsten Semester eine Theaterinszenierung machen, schaue ich schon intuitiv nach Formen des Stage Designs. Und an dieser Arbeit kam ich nicht vorbei.

PIECES / Chapter one : Battleships from Romain Tardy (AntiVJ) on Vimeo.

Dieser gezeigte Video bezieht sich auf das erste Kapitel. Fünf gibt es an der Zahl. Dieses hier heisst Battleships.

PIECES ist eine Zusammenarbeit von Squeaky Lobster (music) and Romain Tardy (installation, visual design). Die Arbeit geht immer wieder nah an die Grenze der optischen Täuschungsschaubilder heran. Ebenso werden natürlich Vorder- und Hintergründe miteinander durch Licht und Schattenspiele verwoben.


Manchmal gibt es einen Vorgeschmack zur Aufhebung von Grund und Himmel, wenn der Boden bewegt wird oder fast entschwindet. Diese Effekte sind bedacht formuliert. Es werden kryptische Runenzeichen dargestellt.


Es zwar keine Echten aber die Assoziation bietet Raum für Interpretation. Wenngleich diese sehr unscharf ist und damit die Frage nach der Planung aufwirft. Denn die Herausforderung nach einer nicht ausschliesslich rhythmisch getriebenen, sondern mit einfachen visuellen Zeichen inhaltlichen Geschichte ist noch nicht beantwortet. Trotzdem beachtenswert.